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Die Helvetismen-Schmiedin

Drei Fragen an Dodo Brunner, Gründungsmitglied der Academia Glaronensis.

Fridolin
Rast
Donnerstag, 14. Mai 2020, 04:30 Uhr Academia Glaronensis
Unsere Sprache ist Teil unserer Identität: Dodo Brunner, Gründungsmitglied der Academia Glaronensis.
SASI SUBRAMANIAM

Frau Brunner, warum ist die Ausstellung wichtig? Für Schweizerinnen und für Glarner?
Jede und jeder kann sich darin an etwas wiedererkennen, an etwas festhalten, das die eigenen Lebensbereiche berührt und bekannt ist. Das schafft Nähe. Unsere Sprache ist Teil unserer Identität. Wenn ich in einem anderen Kanton bin, passiert es mir oft recht schnell, dass jemand sagt: «Du kommst doch aus dem Glarnerland, dem Dialekt nach zu schliessen.» Der gemeinsame Dialekt bedeutet Verbundenheit, Kultur, die zu uns gehört. Und es ist schön, dass es in der Schweiz so viele Dialekte gibt.

Welchen Ausdruck auf den Glarnerdeutsch-Tafeln vermissen Sie am meisten?
Es ist vielleicht keine gute Idee, mich das zu fragen, denn ich habe die Auswahl mitbestimmt, und sie kann sicher nicht umfassend sein. «Etweretsi» ist ein Ausdruck, den ich nicht gekannt habe und der noch schön gewesen wäre auf einer Tafel. Er beschreibt die Richtung am Hang auf gleicher Höhe, weder obsi noch nidsi. «Etweretsi» ist aber im Audioteil des Glarner Moduls enthalten.

Und warum gefällt Ihnen die Ausstellung?
Sie ist informativ und witzig gemacht, man muss Texte lesen, aber nicht zu viel, man kann auch Frauen und Männer aus dem Bundesrat und dem Parlament hören oder Spoken-Word-Artistinnen. Und man kann selber sein Wissen an interaktiven Stationen testen. Gelungen ist sicher auch die Ton-Station, gesprochen von Tiidi Rhyner-Freitag und Sepp Schwitter. Sehr witzig ist auch der Theaterdialog von Friedrich Dürrenmatt, der seinen Romulus, den letzten römischen Kaiser, nicht «Frühstück» sagen lässt, sondern: «Morgenessen. Was in meinem Hause klassisches Latein ist, bestimme ich.» (fra)

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