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«Ich freue mich sehr, wieder öffnen zu können»

Am 27. April dürfen einige Geschäfte wieder öffnen. So kann auch der selbstständige Physiotherapeut Marco Grünenfelder wieder in den normalen Berufsalltag starten. Er erzählt, wie es ihm in der ungewissen Zeit ergangen ist und wie er sich auf die Wiederaufnahme des Berufsalltags vorbereitet.

Samstag, 25. April 2020, 04:30 Uhr Nach dem Lockdown
Marco Grünenfelder ist selbstständiger Physiotherapeut und darf am 27. April wieder normale Behandlungen durchführen.
MARCO GRÜNENFELDER

Der 27. April ist für viele Leute ein wichtiger Tag, denn dann können viele ihre Arbeit wieder aufnehmen. Der Bundesrat erlaubt laut eigenen Angaben wirtschaftliche Aktivitäten, die bloss eine geringe Zahl direkte Kontakte aufweisen und nicht zu grossen Menschenansammlungen führen. So können zum Beispiel Coiffeur-, Kosmetik- und Massagestudios, aber auch Baumärkte, Blumenläden und Gärtnereien wieder öffnen. 

Über die Lockerungen der Massnahmen freut sich auch der selbstständige Physiotherapeut Marco Grünenfelder. Er durfte zwar noch dringend notwendige Behandlungen durchführen, ist jetzt aber froh, dass er ab dem 27. April in seiner Praxis Orthophysio in Landquart wieder mehr Arbeit haben wird. 

«Ich freue mich sehr, wieder öffnen zu können. Ich liebe meine Arbeit», so Grünenfelder. Umstellungen im Berufsalltag werde es dennoch geben. Die Patientinnen und Patienten dürfen nur einzeln in die Praxis, er wird mit Mundschutz arbeiten und die Hände sowie Geräte und Liegen müssen desinfiziert werden. Doch für Grünenfelder sind diese Massnahmen «eine zu meisternde Umstellung». Was eine grössere Umstellung sein wird, ist für Grünenfelder die Stille. «Meine Praxis befindet sich in einem grossen, im Moment geschlossenen Fitnesscenter in Landquart. Im Sport sprach man von Geisterspielen, mir kommt es ein wenig vor wie eine Geisterphysiotherapie», so der Physiotherapeut.

Froh sind auch die Patienten

Es scheint, dass nicht nur Grünenfelder froh ist, dass er die Praxis wieder öffnen kann. Auch seine Patienten freuen sich, dass die Behandlungen wieder durchgeführt werden dürfen. «In der ersten Stunde nachdem der Bundesrat die Wiedereröffnung bekannt gegeben hatte, meldeten sich gleich drei Patienten telefonisch bei mir», so Grünenfelder. Im Gesamten sei es noch ruhig, was den Vorteil mit sich bringe, dass Patienten innert kürzester Zeit einen Termin erhalten würden.

Für Grünenfelder war die Zeit, in der nur dringend notwendige Behandlungen durchgeführt werden durften ein «Persönlichkeitstest». Er sagt: «Um ehrlich zu sein, habe ich zu Beginn die Ruhe genossen und durfte einfach mal runterfahren.» Dank dem gemeinsamen Mittagessen mit der Familie, draussen mehr Sport treiben zu können und mal ein Buch zu lesen, bleibe ihm die Zeit in guter Erinnerung. Dennoch kamen Fragen auf: «Wann und wie geht es weiter? Wie lange überlebt mein Geschäft ohne oder mit kaum Einnahmen? Gibt es vom Bund Unterstützung?» Diese Fragen können nun mit der Arbeitsaufnahme am 27. April erst mal beiseitegeschoben werden. Grünenfelder sagt: «Hauptsache es geht wieder los! Ich freue mich über den Neustart.»

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