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300'000 Pflanzen, die nicht blühen können

Die Kette der Verlierer aufgrund der Massnahmen zum Coronavirus ist lang. In der Wirtschaft trifft es viele Branchen. Betroffen ist auch das Unternehmen «Gensetter Topfpflanzen» aus Landquart, welches Blumengeschäfte und Grossverteiler beliefert. Rund 300'000 Pflanzen müssen entsorgt werden, weil alle Bestellungen storniert wurden.

Bettina
Cadotsch
Montag, 23. März 2020, 04:30 Uhr Auswirkungen Coronakrise
Grosser Komposthaufen: Pflanzen im Wert einer halben Million Franken müssen entsorgt werden.
SERAINA ZINSLI

Auf dem Gelände der Firma «Gensetter Topfpflanzen» in Landquart zeigt sich ein Bild, das nicht nur Pflanzenliebhaber schmerzt. Ein riesiger Haufen mit Topfblumen muss kompostiert werden. Es handelt sich um tausende Pflanzen, die eigentlich in Läden zum Verkauf stehen müssten. Aufgrund der Massnahmen des Bundesrates müssen jedoch alle Läden, Restaurants, sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe bis am 19. April geschlossen werden.

«Wir sind als Topfpflanzenbetrieb extrem betroffen. Alle Vorinvestitionen in unsere Pflanzenkulturen wurden im vergangenen halben Jahr gemacht. Die nächsten vier bis fünf Wochen müssen wir davon ausgehen, dass wir nichts verkaufen können. Es ist zum Weinen», sagt Heinz Gensetter, Inhaber der Firma gegenüber TV Südostschweiz. Er versuche alles, damit das Unternehmen weiter existieren könne, er wisse jedoch noch nicht, wie es weitergehen wird. «Es ist brutal, wenn man als Unternehmer vor dem Nichts steht. Ich hoffe, wir erhalten Unterstützung», so Gensetter.

Insgesamt wurde der gesamte Verkauf von rund 300 000 Pflanzen auf Eis gelegt. Pflanzen im Wert einer halben Million Franken müssen entsorgt werden. Die Pflanzen müssen vertrocknet, verbrannt oder kompostiert werden. «Es kommt darauf an, wie viele Mitarbeiter wir haben. Das Kompostieren ist sehr aufwändig, wenn man jede Pflanze einzeln aus dem Topf herausnehmen muss.» Die Pflanzen zu verbrennen, sei die schnellere Variante, sei jedoch nicht so ökologisch, so Gensetter.

Pflanzen gehen in Altersheime

Die Möglichkeit, einige Pflanzen online zu verkaufen, sei bei Topfpflanzen nicht möglich, weil es sich um ein Frischprodukt handelt. Deshalb hat das Unternehmen andere Lösungen gesucht, um einige Pflanzen vor dem Komposthaufen zu retten. «Wir haben Altersheime angeschrieben und sind auf reges Interesse gestossen», sagt Gensetter. Die Pflanzen wurden nicht verkauft, sondern verschenkt. Ein kleiner Trost für den Unternehmer, dass Menschen im Altersheim, die zurzeit nicht raus sollten, Freude an den Pflanzen haben können.

Trotz der schwierigen Situation, möchte Gensetter die Arbeit nicht an den Nagel hängen. «Wir sind sehr positiv eingestellt. Ich habe es so geplant, dass wir Mitte April wieder loslegen können.» Wenn die Massnahmen jedoch bis in den Mai hineingehen, sei ihre Hauptsaison stark gefährdet. «Wir machen 40 Prozent unseres Umsatzes im März, April und Mai. Die Haupteinnahmen, die wir in diesen drei Monaten erlangen, sind sehr wichtig für den Betrieb.» Das Unternehmen hat rund 80 Mitarbeiter, deren Existenz jedoch durch Kurzarbeit gesichert werden soll, führt er weiter aus. (can)

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sen Stadt Dorf wo auch immer Blumen hinkommen diese dort einzupflanzen, sieht schön aus und sie müssen nicht auf den Kompost....
Der Trost bleibt und ist natürlich traurig und Wirtschaftlich gesehen 😢 ein desaster...

Die Blödheit der Menschheit ist im Häretikertum (Ketzertum) zurückversetzt worden. Bitte nicht verwechseln, Leute, welche gefährdet sind. Da gibt es keine Toleranzgrenze! Gesunder Menschenverstand kann unterscheiden., nicht wie unsere Krawattierten..