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Elektrovelos in der Schweiz weiter im Boom

Velohändler haben 2019 in der Schweiz deutlich mehr E-Bikes verkauft als im Vorjahr. Wegen Corona fürchtet die Branche nun aber Lieferengpässe und Liquiditätsprobleme.

Agentur
sda
Freitag, 20. März 2020, 10:18 Uhr Aarau
Die Verkäufe von E-Bikes sind auch im vergangenen Jahr deutlich schneller gewachsen als der gesamte Velomarkt. (Archivbild)
Die Verkäufe von E-Bikes sind auch im vergangenen Jahr deutlich schneller gewachsen als der gesamte Velomarkt. (Archivbild)
KEYSTONE/MARTIAL TREZZINI

Der Verkauf von E-Bikes stieg gegenüber dem Vorjahr um 19,1 Prozent auf 133'033 Stück, wie der Verband der Schweizer Fahrradlieferanten Velosuisse am Freitag mittteilte. Gleichzeitig nahm der gesamte Veloverkauf in der Schweiz um 5,2 Prozent zu. Das zeigt: E-Bike-Verkäufe wachsen überproportional.

Mehr als jedes dritte Velo, das 2019 über den Ladentisch ging, war ein Elektrovelo (36,6%). Dabei nahmen die Verkäufe von Freizeit-E-Bikes, also Citybikes und Lastenvelos, stärker zu als die Verkäufe von E-Mountainbikes.

Der Verkauf im Bereich der Elektrovelos zog 2019 aber nicht mehr so stark an wie im Vorjahr. Damals waren die Verkaufszahlen von Elektrovelos um über ein Viertel angestiegen und hatten damit alle Rekorde gebrochen.

Die Statistik, die Velosuisse veröffentlichte, zeigt aber auch, dass die Schweizer noch immer lieber ihre Muskeln beanspruchen, als sich vom Elektromotor helfen zu lassen. Sie kauften im letzten Jahr 230«464 Velos ohne Elektroantrieb, also knapp knapp 100»000 mehr als Elektrovelos. Innerhalb der Kategorie nicht elektrisch angetriebener Velos nahmen die Verkäufe von Freizeitvelos allerdings etwas ab. Sportvelos, also Mountainbikes, Cross- und Rennvelos ohne Elektroantrieb, wurden hingegen etwas häufiger verkauft als im Vorjahr.

Corona trifft auch die Velobranche

Gemäss einer Umfrage unter Velohändlern sei man derzeit trotz Corona noch gut gerüstet, heisst es in der Mitteilung von Velosuisse. Allerdings könnte es ab Mai im Velomarkt zu Lieferengpässen kommen. Dies sei besonders dann zu befürchten, wenn die Zulieferketten aus China, Südostasien und vereinzelt auch Europa nicht bald wieder einsetzen würden. Bereits jetzt seien einzelne Ersatzteile nur noch schwer erhältlich, weil Fabriken geschlossen sind oder Lieferungen ausbleiben.

Während viele andere Branchen den Verkauf derzeit unterbrechen müssen, seien Velowerkstätten von der Schliessungsverfügung des Bundes ausgenommen. Dennoch empfiehlt der Verband seinen Mitgliedern, die Verkäufe per Telefon oder online durchzufühen und bei Reparaturen den Mindestabstand zum Kunden einzuhalten.

Die Mitglieder des Verbandes der Schweizer Velohändler sollten bei ihren Geschäften zudem auf sofortige Bezahlung via Banküberweisung oder Karte pochen, damit die Branche nicht in Liquiditätsschwierigkeiten gelange, empfiehlt der Verband weiter.

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