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Stellenzahl in der Schweiz klettert auf Rekord von 5,14 Millionen

Der Jobboom in der Schweiz geht weiter. Im dritten Quartal ist die Zahl der Stellen um 1,3 Prozent auf 5,14 Millionen gestiegen. Das ist ein neuer Rekord. Allerdings trüben sich die Aussichten ein.

Agentur
sda
Dienstag, 26. November 2019, 11:09 Uhr Neuenburg
Ein deutliches Stellenwachstum verzeichnete im vergangenen Quartal unter anderem die Informations- und Kommunikationsbranche. (ARchjovboöd=
Ein deutliches Stellenwachstum verzeichnete im vergangenen Quartal unter anderem die Informations- und Kommunikationsbranche. (ARchjovboöd=
KEYSTONE/SAMUEL TRUEMPY

«Die Beschäftigung war im dritten Quartal so hoch wie nie», teilte das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag mit. Innert Jahresfrist habe die Zahl der Stellen nochmals um 67'000 zugenommen. Gegenüber dem Vorquartal legte die Beschäftigung saisonbereinigt um 0,3 Prozent zu.

Die 5,14 Millionen Beschäftigten teilten sich 4 Millionen Vollzeitstellen. 40 Prozent der Beschäftigten arbeiten Teilzeit. Das sind gut 2 Millionen Menschen. Die allermeisten davon sind Frauen. Nur 22 Prozent der Männer arbeiten mit einem reduzierten Pensum von unter 90 Prozent. Bei den Frauen beträgt die Teilzeitquote gut 61 Prozent.

Jobmotor brummt

Insgesamt brummt der Jobmotor sowohl in der Industrie und auf dem Bau als auch im Dienstleistungssektor. «Die Gesamtbeschäftigung (sekundärer und tertiärer Sektor) ist seit dem ersten Quartal 2010 ununterbrochen gestiegen».

Der Löwenanteil der neuen Stellen wurde im Dienstleistungssektor geschaffen: Dort nahm die Zahl der Stellen um 54'000 auf 4,03 Millionen zu. Das entspricht einem Plus von 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Ein deutliches Wachstum gab es bei der Sparte Information und Kommunikation (+3,8 Prozent). Dies ist vor allem der Informationstechnologie- und Telekombranche zu verdanken, während der Stellenabbau bei elektronischen Medien und Verlagen weiterging. Auch bei den Dienstleistungen für Unternehmen wie beispielsweise Rechts- und Steuerberatern, Architektur- und Ingenieurbüros oder Forschung und Entwicklung wurden zahlreiche neue Stellen geschaffen (+2,2 Prozent).

In der Finanzbranche ist der Anstieg (+1,2 Prozent) vor allem die auf Versicherer zurückzuführen. Dagegen stagnierte der Personalbestand bei den Banken.

Mehr Jobs gab es auch in der öffentlichen Verwaltung (+1,5 Prozent) sowie im Gesundheits- und Sozialwesen (+1,0 Prozent). Für Erziehung und Unterricht wurden ebenfalls mehr Leute angestellt (+0,7 Prozent). Das gleiche gilt für Grosshandel und Detailhandel sowie für das Gastgewerbe.

Mehr Jobs in Industrie und auf Bau

Im sekundären Sektor, der die Industrie und das Baugewerbe umfasst, kletterte die Jobzahl in den vergangenen zwölf Monaten um 13'000 auf 1,11 Millionen. Dies ist eine Zunahme von 1,2 Prozent.

Dabei legte die Zahl der Stellen in der Industrie um 8«000 zu, was ein Plus von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr ist. Im Baugewerbe betrug der Anstieg 1,0 Prozent. Dort wurden 4»000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen.

Mehr offene Stellen

In der gesamten Wirtschaft wurden 6'900 offene Stellen mehr gezählt als im entsprechenden Vorjahresquartal (+9,6 Prozent). Der kräftige Anstieg stammt aus dem Dienstleistungssektor, wo es 12,8 Prozent mehr offene Stellen gab. Dagegen war die Lage in der Industrie und auf dem Bau stabil (+0,1 Prozent).

Insgesamt trüben sich die Beschäftigungsaussichten allerdings ein. Der Indikator der Beschäftigungsaussichten sank zum Vorjahr um 0,2 Prozent auf 1,03 Punkte.

Denn die Zahl der Unternehmen, die noch Stellen schaffen wollen, nimmt ab. So repräsentierten die Unternehmen, die den Personalbestand aufstocken wollen, noch 9,9 Prozent der Gesamtbeschäftigung. Im Vorjahresquartal waren es noch 10,3 Prozent gewesen. Der Anteil der Firmen, die einen Abbau planen, blieb indes unverändert bei 4,3 Prozent.

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