×

Graubünden verfehlt sein eigenen Energieziele

Der Kanton Graubünden verfehlt seine eigenen Energieziele bis zum Jahr 2020. Der Energieverbrauch ist zwar stabil - im Gegensatz zur Gesamtschweiz, wo er anwächst - sollte aber rückläufig sein. Der primäre Reduktionstreiber sind Gebäudesanierungen. Dies reicht nicht aus, wie der Bericht zum kantonalen Energiekonzept zeigt.

Südostschweiz
Donnerstag, 07. November 2019, 09:38 Uhr Verbrauch sinkt nicht
EWZ Rothenbrunnen Strom Energie
Graubünden verbraucht zu viel Energie. Der Kanton will neue Massnahmen im Gesetz verankern.
OLIVIA ITEM

Der Energieverbrauch im Kanton Graubünden ist pro Person über die letzten vier Jahre ungefähr stabil geblieben, ist aber zu hoch und auch höher als im Gesamtschweizer Durchschnitt. Das geht aus dem Bericht zum kantonalen Energiekonzept hervor, den die Kantonsregierung zur Kenntnis genommen hat. Die Differenz zwischen Graubünden und dem Schweizer Schnitt ist aber kleiner geworden, weil der Verbrauch im ganzen Land leicht ansteigt, wie es der Mitteilung des Kantons heisst. Dennoch ist klar: mit der aktuellen Entwicklung wird Graubünden die eigenen Energieziele gemäss kantonalem Gesetzt bis 2020 nicht erreichen.

Der hohe Energieverbrauch in Graubünden rühre einerseits von der Topographie her, so verbrauche ein Gebäude im Engadin rund doppelt so viel Energie wie das gleiche Gebäude im Rheintal verbrauchen würde, zum anderen seien Infrastrukturen der Tourismusbranche (Hotels, Bergbahnen) besonders grosse Energiefresser, heisst es dem Bericht weiter. Die derzeitigen Reduktionsziele im Kanton sollten primär durch energetische Sanierungen von bestehenden Gebäuden erreicht werden. Da dies nicht gelinge, müsse man weitere Massnahmen eruieren, um den Energieverbrauch nachhaltig zu senken.

Damit der Kanton seine eigenen Energieziele erreichen sowie die Energeistrategie 2050 des Bundes umsetzen könne, müsse das Energiegesetz des Kantons an den Stand der Technik angepasst werden, schliesst die Regierung ihre Stellungnahme ab. (ofi)

Kommentar schreiben

Kommentar senden