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Auf den Rekord folgt die Neuausrichtung

Die Chur-Bergbahnen (BCD) blickt auf das erfolgreichste Geschäftsjahr der Geschichte zurück. An der Generalversammlung wure aber auch in die Zukunft geschaut und für das Bahnprojekt eine neue Organisation geschaffen.

Südostschweiz
Sonntag, 27. Oktober 2019, 10:56 Uhr Generalversammlung der Chur-Bergbahnen
Die neue Zehner-Gondel Chur–Fülian–Brambrüesch.
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Andreas Riedi übernimmt ab 1. Mai 2020 das Präsidium der Chur Bergbahnen (BCD) von Tom Leibundgut, der als Vertreter der Stadt Chur im Verwaltungsrat bleibt. Reto Küng wird Delegierter des Verwaltungsrats. Dies wurde an der Generalversammlung am Freitag bekannt.

Nach dem bereits sehr erfolgreichen Vorjahr erhöhten die BCD ihren Betriebsertrag im letzten Geschäftsjahr um 24 Prozent. Der Erfolg basierte auf 1890 uffa-Abos von fast 5000 Personen. Aber auch der Umsatz der Einzeltickets ist weiter gestiegen: um 38 Prozent im Sommer und 17 Prozent im Winter, heisst es in einer Mitteilung. Inzwischen macht der Churer Hausberg einen Drittel seines Umsatzes mit dem ganzjährigen Uffa-Abo. 29 Prozent des Umsatzes stammen von Einzeltickets. Gesamthaft bedeutet dies einen Umsatzanteil des Sommers von 55 Prozent. Uffa ist neu eine eingetragene Marke. Sie wurde vom Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum in Bern anerkannt und im Markenregister eingetragen. Das Angebot wird nun zum dritten Mal lanciert.

Die nochmalige Steigerung des Umsatzes ermöglichte es den BCD im Geschäftsjahr 2018/2019, die Investitionen von 450'000 Franken in den Skilift als Herzstück des Winterangebotes aus eigenen Mitteln zu bestreiten. Ausserdem konnten die ausserordentlichen Aufwände von 170'000 Franken für die Entwicklung des Bahnprojektes und die Volksabstimmung über die laufende Rechnung finanziert werden. Bis zur Inbetriebnahme der neuen Bahn unterstützt die Stadt Chur die BCD noch mit dem jährlichen Betriebsbeitrag von 370'000 Franken. Die BCD muss künftig aber ohne den Infrastrukturbeitrag von 517'000 Franken für die nun abbezahlte Pendelbahn auskommen.

Der neue Verwaltungsrat mit Andreas Riedi, Tom Leibundgut und Reto Küng.
Der neue Verwaltungsrat mit Andreas Riedi, Tom Leibundgut und Reto Küng.
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Drei Projekte, eine Organisation

Nach dem Ja der Churer Bevölkerung zum neuen Bahnprojekt am 19. Mai hat der Verwaltungsrat die Planung des Bauprojektes aufgenommen. Dabei ist er allerdings auch abhängig von der Entwicklung des Stadthallenareals sowie der Verschiebung der Stadthalle in die Obere Au. Die Schwerpunkte der Tätigkeiten in diesem Jahr waren deshalb die Schaffung einer Organisationsstruktur, die Präzisierung der Machbarkeitsstudie Talstation sowie die rechtliche Abklärung der von der Politik geforderten Kapitalerhöhung. Ebenfalls wurden Verhandlungen mit Grundeigentümern aufgenommen. Der bisherige Verwaltungsrat Reto Küng wird neuer Delegierter des Verwaltungsrats für das Bahnprojekt.

Die BCD ist in die Organisationsstruktur von Chur eingebunden, welche das Bahnprojekt, die Messe- und Eventhalle Obere Au sowie die Entwicklung des Stadthallenareals umfasst. Das Evaluationsverfahren für eine externe Projektleitung läuft. Delegierter des Steuerungskomitees ist Alfred Janka, Projektleiter Immobilien der Stadt Chur. Das Komitee besteht nebst den Genannten aus Stadtpräsident Urs Marti, Bürgermeister Andreas Brunold, Stadtentwickler Andreas Pöhl sowie dem Projektleiter für die Entwicklung des Stadthallenareals, Beat Aliesch von Stauffer & Studach.

Dazu kommt eine Rochade im Verwaltungsrat: Ab dem 1. Mai 2020 wird der Finanzchef Andreas Riedi neuer Präsident, während Tom Leibundgut als Vertreter der Stadt Chur im VR verbleibt. Damit sichert sich der Verwaltungsrat gemäss der Mitteilung die Finanzkompetenz für das ambitiöse Bahnprojekt von 24,4 Millionen Franken und das Netzwerk zur Stadt Chur als Hauptaktionärin und Investorin für die neue Bahn. Der genaue Standort der Talstation der neuen Bahn kann erst nach der Volksabstimmung im November 2020 betreffend der Verschiebung der Stadthalle fixiert werden. (so)

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