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Produkte von «oba aba» – und damit die Umwelt retten

Da unser Konsumverhalten der Umwelt schadet, hat Natacha Espirito Santo aus Chur das «oba aba Zerowaste»-Ladencafé gegründet. Nun ist das Unternehmen für den Jungunternehmerpreis nominiert.

Nadine
Lampert
Donnerstag, 17. Oktober 2019, 04:30 Uhr Jungunternehmerpreis 2019
Kampf dem Abfall: Im «oba aba Zerowaste»-Ladencafé von Natacha Espirito Santo werden alle Produkte von den Kunden in deren mitgebrachte wiederverwendbare Gefässe abgefüllt.
PHILIPP BAER

Was passiert mit all den Plastikverpackungen, welche wir benutzen, um unser Essen einzupacken? Wo landen die Kaffeebecher, die jeden Tag weggeworfen werden? Mit diesen Fragen hat sich auch Natacha Espirito Santo auseinandergesetzt. «Der Klimawandel ist nicht erst seit gestern ein Thema», sagt sie. Mit seinem Laden habe das Unternehmen glücklicherweise den aktuellen Zeitgeist getroffen, so Espirito Santo.

Vor der Realisierung von «oba aba» wurde ein konkreter Businessplan erarbeitet, und es musste viel recherchiert werden. Ausserdem gingen Natacha Espirito Santo und ihr Team auf die Strasse und fragten Menschen, was sie von einem Zero-Waste-Laden in Chur halten würden. Die Reaktionen darauf seien äusserst positiv ausgefallen und kurz darauf folgte der Startschuss für das Projekt. Dieser fand im Dezember 2017 in der «Werkstatt» in Chur statt.

Warum das Ladencafé «oba aba» heisst, hat mehrere Gründe: Die Aussage «I kumma vo Chur oba aba» verbinde man gleich mit der Stadt, so Espirito Santo. Ausserdem fielen die Produkte in ihrem Laden von den Gefässen «oba aba» in die Behälter der Kunden.

Eigene Gefässe befüllen

«Oba aba» ist der erste Zero-Waste- Laden der Südostschweiz. Anstatt in Plastikverpackungen werden die naturbelassenen Lebensmittel, Kosmetik-, Hygiene- und Haushaltsartikel im Laden in grossen Behältern oder in Mehrwegsystemen angeboten. Kundinnen und Kunden bringen ihre eigenen Gefässe mit, wie zum Beispiel Stoffsäckchen, Gläser oder Tupperware. Diese Gefässe werden zu Beginn des Besuchs im Laden gewogen und können dann mit den Produkten befüllt werden. Dies spart nicht nur Verpackungsmaterial, sondern beugt auch Lebensmittelverschwendung vor, da man nicht an die vorgegebenen Mengen gebunden ist.

«Plastikverpackungen sind jedoch nicht ganz vermeidbar», erklärt Espirito Santo. Um die Trockenfrüchte habe es zum Beispiel immer noch eine Kunststoffschicht, damit sie nirgends klebten. «Aber je regionaler ein Produkt ist, desto weniger Verpackung wird benötigt.» Der Laden braucht pro Woche nur einen 35-Liter-Kehrrichtsack. Der erste Schritt zu einer nachhaltigen Lebensweise sei, «sich beidseitig zu informieren», so Espirito Santo. Danach solle man sich selbst organisieren. «Dabei ist jeder individuell.» Diese Umstellung finde aber nicht von einem Tag auf den anderen statt. Es sei ein langer Prozess und passiere Schritt für Schritt.

Kunststoff hat auch gute Seiten

«Für mich persönlich kam der Ansporn zu einer nachhaltigen Lebensweise von Umweltaspekten», verrät Espirito Santo. Den Bezug zur Umwelt hatte sie bereits durch ihr absolviertes Biologie-Studium in Basel verstärkt. «Eine nachhaltige Lebensweise ist meine Einstellung und Meinung», sagt sie. Sie verurteile aber andere Meinungen nicht. «Wir haben aber auch viele wichtige und gute Sachen mit Kunststoff erreicht», meint Espirito Santo. Dabei nennt sie das Stichwort Medizin. Sterile Handschuhe sind zum Beispiel in Spitälern nicht mehr wegzudenken, da sie für die Hygiene wichtig sind.

Kommunikation als Erfolgsrezept

«Wir haben noch gar nicht darüber diskutiert, was wir mit dem Preisgeld machen, falls wir gewinnen sollten», sagt Espirito Santo. Es werde aber ziemlich sicher in die Firma investiert. «Entweder kaufen wir uns mehr Glasbehälter oder eine Nussmusmaschine.» Als das Erfolgsrezept von «oba aba» bezeichnet Natacha Espirito Santo die offene und kommunikative Art des Unternehmens. «Wir scheuen uns nicht davor, die Leute einfach anzusprechen.»

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