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Neue Käserei frühestens in drei Jahren bereit

Das Projekt regionaler Entwicklung (PRE) Val Medel nimmt allmählich Form an. Doch bis in Curaglia in einem neu erstellten Verarbeitungsbetrieb gekäst werden kann, wird noch einige Zeit verstreichen.

Jano Felice
Pajarola
25.09.19 - 04:30 Uhr
Wirtschaft
Bis in Curaglia gekäst werden kann, dauert es noch.
Bis in Curaglia gekäst werden kann, dauert es noch.
Yanik Buerkli / ARCHIV / YANIK BèRKLI

Die Meldung hat im April für etwas Irritation gesorgt: Der Medelser Verein La Caura kündigte an, per Ende Juni aus wirtschaftlichen Gründen den Betrieb der Käserei Muraun in Curaglia einzustellen. Eine Weiterführung wurde als nicht mehr vertretbar angesehen, der Vertrag mit der eingestellten Käserin aufgelöst. Der Verein hatte erst Anfang 2017 das von einer AG für rund 200 000 Franken erstellte Käsereiprovisorium für die Verarbeitung von Ziegen- und Schafmilch aus dem Tal in Betrieb genommen. Doch die Sache wurde zum Verlustgeschäft; für 2018/19 resultierte ein Defizit von knapp 140 000 Franken. Hergestellt wurden in diesem Zeitraum rund 2,8 Tonnen Käse.

Investition in die Zukunft

Der Verein betrachtete die Defizite als Investition in die Zukunft, war aber nicht länger bereit, die Kosten zu tragen. Das bestätig Andreas Isler, beim PRE Val Medel als Teilprojektleiter zuständig für die Planung einer neuen Käserei. Der Verein La Caura, notabene die Trägerschaft dieses in Vorbereitung befindlichen PRE, habe nach wie vor Interesse an so einem Betrieb und wolle die mit dem Provisorium gemachten Erfahrungen in das Neubau-Projekt einbringen, betont Isler.

Drei Teilvorhaben sind fixiert

Die Offerte für die Grundlagenetappe wurde im Juni eingereicht, ihr Start ist laut Isler per Ende September vorgesehen. Drei Teilvorhaben sind fix definiert: die neue Käserei Muraun, eine Erweiterung der Metzgerei und Fleischtrocknerei Pally in Curaglia sowie der Aufbau einer Vermarktungs- und Vertriebsorganisation.

Erst als Idee vorhanden sind Projekte für eine Biogasanlage sowie für innovative Wohnformen in der Val Medel. Während das Teilvorhaben für die Metzgerei-Erweiterung schon reif wäre, sieht es betreffend Käserei noch etwas anders aus. «Bis im September 2021 hoffen wir, alle Bewilligungen und die Finanzierung bereit zu haben», so Isler gegenüber der romanischen Nachrichtenagentur ANR. Wenn alles rund laufe, könne man die Käserei 2022 erstellen und in Betrieb nehmen. Vom Bund warte man noch auf grünes Licht für die zweite Phase der Grundlagenetappe. Diese Konkretisierung der Projekte soll rund 660 000 Franken kosten; 72 Prozent davon würden im Rahmen des PRE Bund und Kanton übernehmen, weitere Anteile würden von den einzelnen Teilprojekten und von der Gemeinde Medel/Lucmagn getragen.

Übergangslösung in Muraun

Die Kosten für den Bau der neuen Käserei werden auf 1,5 bis 2,5 Millionen Franken geschätzt. Isler hofft, dass man im Realisierungsfall ein Käserpaar finden kann, das ins Tal kommt und den Betrieb übernimmt. «Das wäre optimal», so Isler.

Die Ziegenmilch aus der Val Medel wird notabene bald wieder im Käsereiprovisorium Muraun verarbeitet. Gemäss Isler will die in Curaglia wohnhafte Käserin Madlaina Caviezel den Betrieb anstelle von La Caura vorübergehend auf eigene Rechnung übernehmen und Käse produzieren. «Sicher bis Ende Frühling», meint Isler. «Dann weiss man auch mehr darüber, wie es mit dem PRE weitergeht.»

Jano Felice Pajarola berichtet seit 1998 für die «Südostschweiz» aus den Regionen Surselva und Mittelbünden. Er hat Journalismus an der Schule für Angewandte Linguistik in Chur und Zürich studiert und lebt mit seiner Familie in Cazis, wo er auch aufgewachsen ist. Mehr Infos

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