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Pensionierungswelle kommt ab 2021 richtig ins Rollen

Die Auswirkungen auf den Schweizer Arbeitsmarkt durch die Pensionierung der geburtenstarken Jahrgänge werden laut einer Studie der Credit Suisse in den nächsten zehn Jahren immer stärker spürbar. Besonders im Gesundheitswesen dürfte es zu grossen Lücken kommen.

Agentur
sda
Dienstag, 17. September 2019, 11:35 Uhr Zürich
Laut Berechnungen der Credit Suisse kommen in der Schweiz in den nächsten zehn Jahren rund 1,1 Millionen Personen ins Rentenalter. (Themenbild)
Laut Berechnungen der Credit Suisse kommen in der Schweiz in den nächsten zehn Jahren rund 1,1 Millionen Personen ins Rentenalter. (Themenbild)
KEYSTONE/AP/Christof Stache

Die sogenannten «Babyboomer» der Jahrgänge bis 1964 hinterlassen innerhalb der nächsten Dekade eine grosses Loch im hiesigen Arbeitsmarkt. Die Studienautoren prognostizieren, dass in den kommenden zehn Jahren rund 1,1 Millionen Personen ins Rentenalter kommen werden. Davon seien rund 833'000 Erwerbspersonen. Dies bedeute konkret, dass bereits ab 2021 mehr Erwerbspersonen in den Ruhestand gehen, als 20-Jährige in den Arbeitsmarkt eintreten.

Und die Schere zwischen der Anzahl neu Pensionierter und nachrückender Arbeitskräfte werde sich in den kommenden Jahren weiter öffnen. Zum Höhepunkt der Pensionierungswelle im Jahr 2029 werden laut den Berechnungen rund 18'500 Erwerbspersonen mehr den Arbeitsmarkt verlassen, als junge Arbeitnehmer dazukommen.

Die Schätzungen der Credit Suisse beruhen auf der Annahme, dass die Arbeitslosenquote und somit der Anteil der Erwerbstätigen in diesem Zeitraum auf dem heutigen Niveau verharrt und sich die Zuwanderung (Migrationssaldo) bei rund 45'000 Personen pro Jahr einpendelt, wie der am Dienstag veröffentlichten Studie zu entnehmen ist.

Gesundheitswesen besonders betroffen

Ausgehend von diesem Szenario benennen die Ökonomen der Grossbank auch diejenigen Wirtschaftszweige, die von der Rentnerwelle besonders betroffen sein dürften. Laut Credit Suisse sind dies die Landwirtschaft, die traditionelle Industrie, die Verkehrs- und Transportbranche sowie die administrativen und sozialen Dienste.

Auf Letztere und insbesondere auf das Gesundheitswesen gelte es, ein besonderes Augenmerk zu legen. Denn aufgrund des zuletzt starken Wachstums dieser Branche und des im Verhältnis zu anderen Sektoren geringen Potenzials zur Automatisierung rechnen die Ökonomen hier mit einer besonders prekären Arbeitsmarktsituation.

In einer etwas bessere Ausgangslage bezüglich der anrollenden Pensionierungswelle seien hingegen Branchen wie die Spitzenindustrie oder die Unternehmensdienstleistungen. In diesen Sektoren sei die Anzahl Arbeitnehmern aus der «Babyboomer»-Generation geringer und der Spielraum für Digitalisierung und Automatisierung höher.

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