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Die RhB macht klare Ansagen - aber zuerst auf Deutsch

Zum 100-jährigen Bestehen der Lia Rumantscha wird rege über die romanische Sprache diskutiert. Unter anderem über die Zugdurchsagen der Rhätischen Bahn, welche auch in romanischen Sprachgebieten zuerst auf Deutsch abgespielt werden.

Anna
Nüesch
Mittwoch, 21. August 2019, 04:30 Uhr Auch in rätoromanischen Gebieten
Durchsagen bei der RhB beginnen beispielsweise im Engadin auf Deutsch. Es gibt Stimmen, die das kritisieren.
OLIVIA AEBLI-ITEM

In einem Leserbrief wendet sich Nicholas Deichmann aus Sent direkt an die Rhätische Bahn. Dass die romanische Durchsage nach der Deutschen abgespielt wird, mache das Rätoromanische zur reinen Folklore:

Eine klare Ansage – auf Rätoromanisch

Leserbrief zum Artikel «Der Niedergang des Rätoromanischen», Ausgabe vom 10. August

Unter dem Titel «Der Niedergang des Rätoromanischen» zeigt alt Nationalrat Martin Bundi in mehreren Beispielen, wie alltägliche Gedankenlosigkeit lokaler und kantonaler Behördenmitglieder alle Bemühungen, die rätoromanische Sprache am Leben zu erhalten, zu Alibi Übungen verkommen lässt.
Ein eklatantes Beispiel hat er aber nicht erwähnt: die RhB. Es ist ja wirklich herzig, wenn im Zug vom Unterengadin ins Oberengadin die Ortsansage ab Zernez von Vallader auf Puter wechselt. Solang aber die deutschsprachigen Ansagen als erste kommen, ist der Informationsgehalt der rätoromanischen Ansagen für alle rätoromanisch sprechenden (die ja ausnahmslos auch Deutsch verstehen) gleich Null. So verkommt das Rätoromanische tatsächlich zur reinen Folklore.
In vornehmlich rätoromanischen Teilen des Kantons muss zwingend an erster Stelle die rätoromanische Ansage kommen, dann an zweiter Stelle, für diejenigen die das nicht verstehen, die deutschsprachige Ansage und am Schluss, für die Touristen, die weder das erste noch das zweite verstehen, allenfalls wie bisher eine englische Ansage. Dies ist nicht eine Forderung aus kleingeistigem Lokalpatriotismus sondern ein Gebot elementarer Logik.

«Die Durchsagen in unseren Zügen richten sich danach, mit welcher Sprache am meisten Leute erreicht werden. Wegen der beschränkten Zeit, die für Durchsagen zur Verfügung steht, ist die Anzahl Sprachen auf maximal drei beschränkt», schreibt Yvonne Dünser, Mediensprecherin der RhB, auf Anfrage.

In Graubünden erreiche man mit Deutsch am meisten Fahrgäste. Danach folge das jeweilige rätoromanische Idiom oder Italienisch. Als dritte Sprache folge immer Englisch. Diese Sprachregelung ist so seit 2014 in Kraft und werde regelmässig angeschaut, schreibt Dünser. Bei Bedarf werde dieses Thema angeschaut und angepasst.

Von rund 2500 Kunden-Feedbacks pro Jahr bekomme die RhB aber nur ungefähr 5 Rückmeldungen betreffend Anliegen von romanischen Durchsagen.

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Wie man das jetzt auch anschaut....
Die Aufgabe der Rhatischen Bahn ist es die Kunden der Bahn sicher und günstig von A nach. B zu bringen.
Es ist nicht ihre Aufgabe eine gewisse Sprache zu bevorzugen.

Der zentrale Satz in diesem Leserbrief lautet: "so verkommt das Romanische zur reinen Folklore". Und genau dagegen will man doch angehen, oder? Frau Danuser von der RhB geht darauf mit keinem Wort ein. Also liebe Romanen die Zug fahren, und liebe Lia Rumantscha: Druck aufsetzen!