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Fahrdienstvermittler Uber schreibt Verlust wegen Mitarbeiter-Aktien

Der Fahrdienst-Vermittler Uber hat sein erstes Quartal an der Börse mit einem riesigen Verlust von 5,2 Milliarden Dollar abgeschlossen. Den Löwenanteil dazu trug die in Start-ups übliche Praxis bei, Mitarbeiter mit Aktien zu bezahlen.

Agentur
sda
Freitag, 09. August 2019, 17:20 Uhr San Francisco
Der Fahrdienstvermittler Uber hat einen massiven Quartalsverlust vermeldet. (Archivbild)
Der Fahrdienstvermittler Uber hat einen massiven Quartalsverlust vermeldet. (Archivbild)
KEYSTONE/EPA/WILL OLIVER

Allein auf diese mit dem Börsengang verbuchte Aktienvergütung entfielen 3,9 Milliarden Dollar der roten Zahlen.

Uber-Chef Dara Khosrowshahi verwies am Freitag darauf, dass die Quartalsbilanz durch einmalige Belastungen im Zusammenhang mit dem Börsengang verhagelt worden sei. Analysten hatten bereits mit einem Verlust in dieser Grössenordnung gerechnet.

Zugleich gab es aber auch ein überraschendes Alarmsignal aus dem Kerngeschäft: Der Umsatz mit Fahrdiensten wuchs im Jahresvergleich lediglich um zwei Prozent auf rund 2,35 Milliarden Dollar. Das war mit ein Grund für eine negative Reaktion an der Börse. Die Uber-Aktie verlor zum Auftakt des US-Handels am Freitag mehr als neun Prozent.

Zunahme bei Uber Eats

Ein Lichtblick war das Geschäft mit der Essenszustellung. Die Erlöse bei Uber Eats sprangen im Jahresvergleich um 72 Prozent auf 595 Millionen Dollar hoch. Doch die Zahlen offenbarten auch, dass Uber bei vielen Fahrten draufzahlt. Zieht man die Zahlungen an Zusteller ab, bleiben noch 337 Millionen Dollar übrig - immer noch ein Plus von mehr als 50 Prozent im Jahresvergleich. Im Fahrdienstgeschäft legten die Erlöse nach Abzug der Zahlungen an Fahrer um vier Prozent auf rund 2,3 Milliarden Dollar zu.

Nordamerika bleibt der mit Abstand grösste Markt für Uber: Der Umsatz in den USA und Kanada wuchs um 19 Prozent auf rund 1,78 Milliarden Dollar. In der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika gab es ein Plus von 22 Prozent auf 502 Millionen Dollar. In Lateinamerika brachen die Erlöse unterdessen um fast ein Viertel auf 417 Millionen Dollar ein.

Verlust angestiegen

Insgesamt stieg der Konzernumsatz um 14 Prozent auf knapp 3,2 Milliarden Dollar. Für Uber-Verhältnisse war das ein sehr langsames Wachstum. Im Vorjahresquartal lag der Uber-Verlust bei 878 Millionen Dollar - jetzt wären es selbst ohne die zusätzliche Belastung durch die Aktienvergütung rund 1,3 Milliarden Dollar gewesen. Uber-Chef Khosrowshahi versprach Analysten nach der Zahlenvorlage einen «guten altmodischen Fokus» auf das Ergebnis.

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