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Der neue CEO der MCH Group will Transformationsprozess forcieren

Bernd Stadlwieser, neuer CEO der MCH Group, blickt mit Optimismus in die Zukunft der Messestandorte Basel und Zürich. Für den Transformationsprozess in Sachen Internationalisierung und Digitalisierung bezeichnet er die Art Basel als Vorbild.

Agentur
sda
Donnerstag, 08. August 2019, 16:00 Uhr Basel
Bernd Stadlwieser, der neue CEO der MCH Group, stellte sich nach knapp zwei Monaten im Amt den Fragen der Medien.
Bernd Stadlwieser, der neue CEO der MCH Group, stellte sich nach knapp zwei Monaten im Amt den Fragen der Medien.
Keystone/Die Hoffotografen GmbH Berlin

Stadlwieser ist seit knapp zwei Monaten Chef der kriselnden MCH Group. Seit knapp zwei Monaten leitet er ein Unternehmen, das im vergangenen Jahr einen Verlust von 190,4 Millionen Franken eingefahren hat und im Rahmen des Abbaus von 50 Stellen 30 Mitarbeitende entlassen musste. Am Donnerstag stellte sich der neue CEO in Basel erstmals den Fragen von Medienvertretern.

Im Grundsatz bewertet Stadlwieser die Zukunftsaussichten der MC Group positiv. «Wir stehen so schlecht nicht da», sagte er. Als Grund für seinen Optimismus nannte er den eingeleiteten Transformationsprozess. Bei der Erneuerung der Strategieorganisation und Businesspläne lässt sich die MCH Group vom Beratungsunternehmen McKinsey begleiten.

Im Messegeschäft sieht Stadlwieser vor allem bei der Digitalisierung und Internationalisierung Handlungsbedarf. Hier nannte er die «Leadmesse» Art Basel mit ihren zusätzlichen Standbeinen in Miami und Hongkong sowie einem fortgeschrittenen Digitalisierungsgrad als Vorbild. «Bislang ist es uns aber noch nicht gelungen, diese Strategien auch auf andere Messen hinüber zu ziehen», sagte er.

Baselworld betrifft nicht nur Uhren

Gemeint ist hier vor allem die Baselworld, die trotz gewichtigen Abgängen noch immer eine weltweite Leadmesse sei. So nannte er neben den radikal veränderten Marktbedingungen durchaus auch Managementfehler als Ursache für die Krise. «Messeauftritte sind teuer und werden verstärkt nach dem Gesichtspunkt des Return on Investment beurteilt», sagte Stadlwieser.

Er sieht in der Baselworld aber nach wie vor grosses Potential, auch wenn die Messe 2020 mit Breitling einen weiteren gewichtigen Abgang zu verschmerzen hat. «Wir haben vor, das Feld ein bisschen zu öffnen; Baselworld ist ja nicht nur eine Messe für Uhren, sondern auch für Schmuck und Edelsteine», sagte Stadlwieser. Hier will man nun eine Messeteilnahme im «mittelgrossen Bereich» mit vormodulierten und dadurch günstigeren Standbauten schmackhaft machen.

Auch gibt sich Stadlwieser - «fingers crossed» - zuversichtlich, Breitling bei der Ausgabe 2021 wieder mit an Bord zu haben. Als Grund für die Zuversicht nannte er die anstehenden Konzept- und Terminanpassungen.

Stadlwieser will sich aber nicht nur auf die beiden Leitmessen konzentrieren. Namentlich bezeichnete er die Industriemessen Swissbau und Igeho als «starke Produkte». Sogar für Publikumsmessen sieht er trotz der Aufgabe der Muba positive Aussichten, allerdings vermehrt auf einer Festival-Ebene. Hier nannte er die Giardina und Criterion in Zürich als Beispiele.

Wachstumsbereich Live Marketing Solutions

Gute Aussichten prophezeit Stadlwieser der Division Live Marketing Solutions (LMS), einem gewichtigen und wachsenden Geschäftsbereich der MCH Group. Dieser Bereich umfasst die Dienstleistungen «Strategie und Konzeption, Marketing Consulting, Event Management, Messe- und Eventbau sowie Multi Media Lösungen». 2017 übernahm die MCH Group mit MC-squared eines der führenden Dienstleistungsunternehmen im Messe- und Eventmarkt in den USA.

Zu möglichen Veränderungen der Besitzstrukturen wollte sich Stadlwieser nicht äussern - im Basler Grossen Rat war vermehrt die Forderung laut geworden, der Kanton solle sich aus dem Verwaltungsrat zurückziehen. Diese Strukturen hätten keinen Einfluss auf den aktuellen Geschäftsgang gehabt, sagte er.

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