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IT-Firma erhält von privatem Investor zünftigen Zustupf

Ein Glarner investiert 400 000 Franken in die IT-Firma Ungleich. In einem Jahr soll das Unternehmen schwarze Zahlen schreiben. Zudem hat Geschäftsführer Nico Schottelius das leerstehende Hotel «Diesbach» gekauft. Dort soll eine IT-Schule entstehen.

Paul
Hösli
Mittwoch, 31. Juli 2019, 04:30 Uhr Ziel: Schwarze Zahlen

Ein Glücksfall für die Glarner IT-Firma Ungleich von Geschäftsführer Nico Schottelius. Eine Privatperson aus dem Glarnerland investiert 400 000 Franken in das Unternehmen mit den Räumen auf dem Areal der alten Spinnerei in Linthal. Dort stehen rund 30 Server, quasi externe Festplatten, auf welchen Daten wie etwa für Webseiten gespeichert werden. Die Server sind weit voneinander entfernt platziert, damit sie keine Kühlung benötigen. Das macht sie im Unterhalt massiv günstiger als die herkömmliche Variante.

«Auch dank dem Investment sind wir sehr stabil geworden», sagt Nico Schottelius gegenüber TV Südostschweiz. «Mit dem Zustupf wollen wir Leute einstellen und damit das Team ausbauen. Letztlich soll aber auch die Rechenleistung in unserem Rechenzentrum erhöht werden», erklärt der gebürtige Deutsche weiter.

Das Investment der nicht genannten Privatperson soll für etwa ein Jahr reichen, danach soll die 2013 in der Schweiz gegründete Firma schwarze Zahlen schreiben, wenn es nach dem Willen von Nico Schottelius geht. Die Unterstützung ist jedoch auch an Bedingungen geknüpft. Dennoch ein Segen, wie der 36-Jährige sagt: «Die Person unterstützt uns in verschiedenen Bereichen wie Betriebswirtschaft, Beratung und hat ein Auge darauf, was wir geschäftlich machen.»

Das ideale Haus gefunden

Nico Schottelius ist bekannt für seine unkonventionellen Ideen. Der Informatiker hat kürzlich das leer stehende Hotel «Diesbach» erworben. In Diesbach sollen eine IT-Schule entstehen und sogenannte Bootcamps stattfinden, also Kurse mit Übernachtungsmöglichkeiten. «Das Haus ist für unser Vorhaben perfekt. Jeder Raum soll eine Bestimmung bekommen.» So gibt es einen Essbereich, oben einen Seminarraum und gleich daneben den Hacking-Raum, «dort können die Teilnehmer das Erlernte erproben». Im Untergeschoss wird ein Workshopraum eingerichtet, wo laut Schottelius die Teilnehmer ihr Wissen vertiefen. «Im Obergeschoss sind die Zimmer, wo man nächtigen und sich vom Tagesgeschäft erholen kann.»

Mit dem Investment habe dies aber nichts zu tun. Das Geld sei lediglich für die IT-Firma, und es gebe keine Überschneidungen, betont Nico Schottelius.

In kurzer Zeit viel lernen

«Was wir aufbauen wollen, ist eine Privatschule, die nicht eidgenössisch akkreditiert ist», erklärt Schottelius. «Unser Fokus liegt darauf, dass die Leute in kurzer Zeit viel Wissen mitnehmen können. Für die Schule wird dementsprechend keine Bewilligung benötigt», führt er weiter aus.

Dass die Schule im hinteren Zipfel des Glarnerlandes ein Erfolg wird, davon ist der IT-Experte überzeugt. «Ich denke, das Vorhaben ist realistisch. Wir haben bereits jetzt internationale Gäste und zudem viele internationale Anfragen. Demnächst werden sieben Gäste aus den USA anreisen», so Nico Schottelius. «Zudem sehe ich die IT-Schule auch als grosse Chance für das Glarnerland.»

Bis das ehemalige Hotel «Diesbach» aber mit neuem Leben gefüllt werden kann, stehen noch Renovationen an. Die ersten Kurse sollen aber bereits im kommenden Jahr stattfinden.

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