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Forum will mehr faire Kleider in der Schweiz

Das 3. Kerenzerberg Zukunftsforum Ethical Fashion Switzerland hat der Öffentlichkeit eine Charta für die Schweizer Textilwirtschaft vorgestellt.

Südostschweiz
Freitag, 07. Juni 2019, 04:30 Uhr 3. Kerenzerberg Zukunftsforum
Arbeit für Fairness: Auf dem Kerenzer wird eine Charta für nachhaltige Textilien verabschiedet.
PRESSEBILD

Die «Kerenzerberg Charta Nachhaltige Textilien» sei ein Aufruf zum Handeln, heisst es in einer Mitteilung. Vor Ort auf dem Kerenzerberg hätten Vertreter von Labels, Fabrikanten, NGO, Beratungsfirmen und Staat gemeinsam Massnahmen und Lösungen für mehr Nachhaltigkeit diskutiert und beschlossen.

Synergien zwischen Akteuren sollen gesucht und ein «Future Lab Textilien» soll geschaffen werden. Dieses soll als hybrider Ort für Workshops, Vorträge, Ausstellungen und Pop-up-Stores fungieren. Weiter soll die Sensibilisierung fürs Thema Nachhaltigkeit der Branchenakteure gefördert werden.

Das Kerenzerberg Zukunftsforum Ethical Fashion Switzerland ist eine Initiative von Swiss Fair Trade, Fashion Revolution Switzerland und Ecos und findet zweimal jährlich in Filzbach statt. Die jetzt entstandene Kerenzer-Charta, gemeinsam entwickelt durch Expertinnen und Experten mit Bezug zur Schweizer Textil- und Bekleidungsindustrie, zeige die Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten rund um Nachhaltigkeit und Textilien, schreiben die Veranstalter.

Die Charta soll die Basis sein für gemeinsame Aktivitäten in der Schweiz und über die Grenzen hinaus hin zu einer nachhaltigen Textil- und Bekleidungsindustrie. Sie besteht aus drei generellen Prinzipien (Transparenz, Kreislaufwirtschaft, Nachfrage fördern) und Punkten zu den drei Nachhaltigkeitsdimensionen (Umwelt, Soziales, Wirtschaft).

Bewusst im Glarnerland

Der Kerenzerberg sei von den Veranstaltern bewusst ausgewählt worden: Glarus habe eine reiche textile Geschichte. In verschiedenen Bereichen waren Akteure aus dem Glarnerland Pioniere, wenn es um soziale und ökologische Nachhaltigkeit ging.

Glarus Nord ist die erste Fair Trade Town der Schweiz. Aus deren Arbeitsgruppe kam auch die Idee, auf dem Kerenzerberg Themen zu nachhaltigen Textilien zu diskutieren.

Heute können und sollen Schweizer Firmen, die öffentliche Hand und die Zivilgesellschaft eine Führungsrolle übernehmen beim Wandel der Textilindustrie hin zu mehr Nachhaltigkeit, fordern die Verantwortlichen. Die Konsumentinnen und Konsumenten seien nämlich offen für nachhaltige Produkte. Die Schweizer seien Weltmeister im Konsum von Fair Trade Produkten und Bio-Produkten pro Kopf. Mithilfe der Charta soll die Schweiz auch Weltmeister im Konsum von nachhaltigen Textilien werden.

Veranstalter: «Es war ein Erfolg»

Am Zukunftsforum hat das Bundesamt für Umwelt (Bafu) im Rahmen der Initiative «Nachhaltige Textilien Schweiz» die Umwelt-Hotspots entlang der Wertschöpfungskette des Schweizer Bekleidungshandels vorgestellt. Der Bekleidungshandel ist eine von acht ausgewählten Schweizer Wirtschaftsbranchen, für welche die Umweltbelastungen analysiert wurden. Die Studie zeigt die Umwelt-Hotspots in den Lieferketten und Möglichkeiten zur Reduktion der Umweltbelastung von Schweizer Unternehmen auf.

Das «3. Kerenzerberg Zukunftsforum Ethical Fashion Switzerland» in dieser Woche sei ein Erfolg gewesen, schreiben die Veranstalter. Das Forum sei Teil der geplanten «Innovationsplattform Kerenzerberg – Schweizer Denkfabrik für Nachhaltigkeit». Neben Textilien sollen auf dem Kerenzerberg mittelfristig auch andere Themen nachhaltig bearbeitet werden, etwa Raumplanung, Tourismus, Wasser und Sport.

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