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Gewerbeverbands-Präsident: «Graubünden muss aufholen»

Vor genau einem Jahr trat Herbert Stieger ein neues Amt an und wurde Präsident des Bündner Gewerbeverbandes. Der Zugang zum Breitband-Internet für alle Bündner Unternehmen, war ihm von Anfang an ein wichtiges Anliegen.

Südostschweiz
Donnerstag, 02. Mai 2019, 16:00 Uhr Digitalisierung und Breitband
Gewerbeverband
Vor genau einem Jahr hat Urs Schädler (rechts) den Dirigentenstab seinem Nachfolger Herbert Stieger übergeben.
ARCHIVBILD THEO GSTÖHL

Herbert Stieger ist seit 16 Jahren CEO und seit gut elf Jahren auch Inhaber der Informatica AG. Vor zwölf Monaten übernahm er zudem das Amt des Präsidenten des Bündner Gewerbeverbandes und löste damit den Transportunternehmer Urs Schädler ab, der die Position zwölf Jahre lang innehatte.

Damals, als frisch neugewählter Präsident, sagte Stieger, dass er im Gewerbeverband neue Spuren hinterlassen wolle – vor allem im Bereich Digitalisierung und Breitband. «Das das nicht von heute auf Morgen geht, ist klar», meinte Stieger nun ein Jahr später gegenüber Radio Südostschweiz. Man müsse darauf achten, dass die Bündner Unternehmen, ob im öffentlichen oder privatwirtschaftlichen Bereich, diesbezüglich immer gute Ideen umsetzen könnten und der Kanton dafür die nötigen Grundlagen schaffe. «So wie er es mit Wasser, Strom oder Strassen tut», so Stieger.

Genau dort sieht der Präsident des Gewerbeverbandes aber noch Handlungsbedarf: «Vor allem beim Breitband. Da sind einige Gebiete im Kanton nicht erschlossen.» Unternehmungen an abgelegenen Orten würden innovativ arbeiten wollen, könnten es aber nicht, weil der Breitbandanschluss fehle. «Und im Engadin herrscht beispielsweise ein Monopol. Der Kunde zahlt dort heute das zehn- oder fünfzehnfache», betonte Stieger.

Graubünden als Schlusslicht

Mit anderen Kantonen verglichen, stehe Graubünden diesbezüglich sowieso sehr schlecht da. Gemeinsam mit dem Kanton Wallis und einigen wenigen anderen Regionen gar schweizweit am schlechtesten. «Ich bin aber zuversichtlich, dass wir aufholen können», so Stieger weiter. Man sei auf dem richtigen Weg. Beispielsweise mit den 80 Millionen Franken, die der Grosse Rat im Herbst 2018 für die Digitalisierung im Kanton gesprochen habe. (rac)

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