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Deutsche Industrie schwächelt stärker als angenommen

Die deutsche Industrie ist in noch schlechterer Verfassung als bislang angenommen. Der Einkaufsmanagerindex fiel im März um 3,5 auf 44,1 Punkte, wie das Institut IHS Markit am Montag zu seiner monatlichen Umfrage unter Hunderten Unternehmen mitteilte.

Agentur
sda
Montag, 01. April 2019, 10:07 Uhr Berlin
Deutsche Industrie schwächelt stärker als angenommen. (Archiv)
Deutsche Industrie schwächelt stärker als angenommen. (Archiv)
KEYSTONE/AP/JENS MEYER

Das ist der niedrigste Wert seit Mitte 2012, als die Staatsschuldenkrise in Europa belastete. Eine erste Schätzung hatte noch einen Wert von 44,7 Zählern ergeben. Erst ab 50 signalisiert das Barometer ein Wachstum.

«Der Auftragseingang insgesamt und die Exportorder gleichermassen verzeichnen mittlerweile Rückgänge wie man sie seit der globalen Finanzkrise nicht gesehen hat», sagte Markit-Experte Phil Smith. «In den meisten Fällen wird dabei auf die geringere Nachfrage bedingt durch Brexit, Handelskonflikte, die strauchelnde Automobilbranche sowie die nachlassende Weltkonjunktur verwiesen.» Sowohl die Aufträge insgesamt als auch die Exportbestellungen fielen so schwach aus wie seit April 2009 nicht mehr.

Aus der einstigen Konjunkturlokomotive für Europa ist damit ein Bremsklotz geworden. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie der Euro-Zone fiel um 1,8 auf 47,5 Punkte und damit auf den schlechtesten Wert seit knapp sechs Jahren. In Spanien, den Niederlanden, Irland und Griechenland signalisiert das Barometer ein Wachstum. In den drei grössten Volkswirtschaft der Euro-Zone - Deutschland, Frankreich und Italien - liegt es hingegen unter der 50-Punkte-Marke. «Die Daten zeigen, dass der Euro-Industriesektor in der tiefsten Krise seit dem Höhepunkt der Staatsschuldenkrise 2012 steckt», sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. «Und die Entwicklung könnte sich im zweiten Quartal 2019 weiter verschlechtern.» So schrumpften die Aufträge so stark wie seit 2012 nicht mehr.

«Die Sorgen über Handelskonflikte und Zölle, die zunehmende politische Unsicherheit, der Brexit - und vielleicht das Wichtigste - die sich verschlechternden Konjunkturprognosen sowohl in den Binnen- als auch den Exportmärkten - haben der Wirtschaft und dem Ausblick gleichermassen geschadet», sagte Williamson.

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