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Trockenes Jahr bremst die Glarner Turbinen

833 Millionen Kilowattstunden Strom haben die Glarner Kraftwerke letztes Jahr produziert – Pumpstrom nicht mitgerechnet. Nach wie vor ist nur jede 119. Glarner Kilowattstunde Solarstrom.

Fridolin
Rast
Mittwoch, 13. Februar 2019, 04:30 Uhr Bilanz
2018 hatten die Glarner Turbinen weniger zu tun als auch schon. Im Bild eine Turbine des Kraftwerks Linthal.
MAYA RHYNER

Fast 18 Prozent weniger Strom als 2017 haben die Glarner Kraftwerke letztes Jahr produziert. Gezählt worden sind nur unterdurchschnittliche 833 Gigawattstunden (oder Millionen Kilowattstunden), und das ohne den Strom aus den Pumpspeichern. Dies schreibt das Amt für Umwelt und Energie vor allem dem spärlichen Regen im trockenen Sommer und Herbst zu. Immerhin kommt der Kanton auch so auf eine Stromproduktion, die seinen Verbrauch 2,35 Mal decken würde.

Speicher im Karst hält noch vor

Die Wasserkraftwerke haben laut einer Mitteilung von gestern letztes Jahr etwa gleich viel Strom produziert wie im ebenso trockenen Jahr 2015. Es zeigen sich aber zwei gegensätzliche Trends: Werke mit relativ kleinen und tief gelegenen Einzugsgebieten konnten noch wesentlich weniger Wasser mahlen, etwa das Werk Bleiche in Niederurnen, das EW Elm oder das Kraftwerk am Schwander Niederenbach.

Anderseits produzierten Werke, die aus grossen Karstgebieten gespeist werden, nur ein bisschen weniger als in Durchschnittsjahren, etwa am Brummbach in Linthal oder am Vorbach in Leuggelbach. Der Karst funktioniert als Speicher mit langen Durchlaufzeiten. Hier profitierten die Werke auch von Schnee- und Gletscherwasser, das dosierter abfliesse, wie Jakob Marti, Leiter Umwelt und Energie, erklärt.

Trockene Sommer- und Herbstzeiten könnten einen Trend andeuten mit Blick auf die Klimaprognosen, bestätigt Marti. Aber: «Es werden nicht zwingend weniger Niederschläge erwartet, sondern vor allem weniger gut verteilte.» Das bedeute auch stärkere Ereignisse und etwa Regen im Winter. So, dass gerade bei den Kraftwerken an der Linth öfter als heute Hochwasser ungenutzt über die Kraftwerkwehre donnert. Damit könnte der Wasserstrom zwar nicht dramatisch, aber tendenziell doch weniger werden.

Etwas kommt noch

Fotovoltaik-Anlagen haben 2018 mehr Strom produziert, so die Mitteilung. Sie lieferten etwa 7 Millionen Kilowattstunden oder 0,85 Prozent. Am meisten Solarstrom kommt aus Bilten, Näfels, Mollis, Schwanden und Braunwald. Einige grosse Anlagen seien neu in Betrieb genommen worden, erklärt Marti, aber nicht mehr viele kleine. Wie viel Solarstrom genau, könne man aber erst sagen, wenn im Mai die Einspeisevergütungen berechnet seien.

Ein paar Dutzend Wasser-Gigawattstunden sind allerdings zurückbehalten worden und werden vielleicht gerade in diesen Winter- und Frühjahrstagen verstromt: Vor allem der Limmernsee war laut der Mitteilung Ende Jahr deutlich voller als am Anfang.

Weniger Strom kam aus der KVA Niederurnen. Wegen eines Maschinenschadens fehlt beim Stromzähler ein Drittel: 56 statt 83,5 Gigawattstunden kamen aus der Kehrichtverbrennung.

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