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Jungunternehmer buhlen um Ehre und Preisgelder

36 Unternehmer aus der Ostschweiz haben sich um den Jungunternehmerpreis der St. Galler Kantonalbank beworben – darunter auch sieben aus dem Linthgebiet. Es winkt ein Preisgeld von insgesamt 50 000 Franken. Die «Linth-Zeitung» stellt die Kandidaten vor.

Daniel
Graf
Freitag, 08. Februar 2019, 18:25 Uhr Wettbewerb
Doris Erne (links) und Janice Spiess aus Rapperswil-Jona.
BILD zVg.

Sie haben innovative Ideen, solide Geschäftsmodelle und starke Teams: 36 Jungunternehmen aus der Ostschweiz haben sich für den Preis «Startfeld Diamant» beworben. Das ist eine Auszeichnung der St. Galler Kantonalbank und des Vereins Startfeld, der Gründer und innovative Unternehmen aus der Ostschweiz unterstützt. Der Fokus liegt nicht auf vergangenen Geschäftserfolgen, sondern auf Ideen und Konzepten mit grossem Entwicklungspotenzial. Ende Februar sollen fünf Finalisten feststehen. Am 12. Juni findet die Preisverleihung statt. In einem Onlinevoting wird auch ein Publikumspreis vergeben. Zur Abstimmung geht es hier.

50 000 Franken winken

Die Ideen der Unternehmer werden nun von einer Jury geprüft. Den Finalisten winken Beratungen, Schulungen und ein Preisgeld von insgesamt 50 000 Franken. Damit ist «Startfeld Diamant» einer der höchstdotierten regionalen Jungunternehmerpreise. Dazu kommt ein Publikumspreis im Wert von 2500 Franken. Der Gewinner wird bis zum 18. Februar über ein Online-Voting ermittelt. Auch aus dem Linthgebiet buhlen sieben Unternehmen um die Preisgelder:

Joe Zuppiger

Mainpoint GmbH, Rapperswil-Jona

Der 34-jährige Joe Zuppiger hat die Mainpoint GmbH im Juli 2017 gegründet. «Die zündende Idee kam mir während meiner Zeit als Einsatzleiter bei den Verkehrskadetten», erzählt er. Immer öfter sei angefragt worden, ob Zuppiger von Montag bis Freitag Kadetten für die Verkehrsregulierung abstellen könnte. «Die meisten Kadetten sind aber Schüler, sie haben während der Woche keine Zeit.» Sein Unternehmen beschäftigt sechs Vollzeit- und je nach Art und Grösse des Auftrags bis zu 50 Teilzeitmitarbeiter. Zuppiger bietet Personal und Dienstleistungen rund um die Themen Verkehr und Transport an. «Die Planung des Parkplatzkonzepts für einen Grossanlass gehört ebenso zu unseren Spezialitäten wie das Einholen der notwendigen Bewilligungen», erklärt der Gründer.

Doris Erne (links) und Janice Spiess

Wood & Field, Rapperswil-Jona

Aus einer ganz anderen Ecke kommt die Idee von Doris Erne (links im Bild): «Am Anfang stand mein Wunsch nach einem genussvollen, proteinreichen Drink», erzählt die Jonerin. Da sie nichts gefunden habe, was ihren Ansprüchen insbesondere bezüglich der Herkunft der Proteine und der Natürlichkeit entsprochen habe, entwickelte sie selber einen: den «Jomo Shake». «Wir nutzten frische Molke, die bei der Käseproduktion entsteht und als Nebenprodukt oft weggeworfen wird, obwohl sie wertvolle Proteine, Vitamine und Mineralstoffe enthält», erklärt Erne. Durch die Nutzung von Nebenprodukten aus der Lebensmittelproduktion will sie Food Waste verringern.
Ihr Drink begeisterte auch Spiess, worauf die beiden «Wood & Field» gründeten.

Florence Fleury

Die gute Fee, Rapperswil-Jona

«Die gute Fee» heisst das 2017 gegründete Start-up der 50-jährigen Florence Fleury. Sie ist nach langjähriger Tätigkeit als Pflegehelferin und Betreuerin im Gesundheitswesen zur Überzeugung gelangt, dass Betreuung und Pflege mehr sein sollten, als bloss Medikamente zu verabreichen oder jemanden zu duschen: Sie will pflegebedürftige Menschen von Jung bis Alt, die zu Hause leben, mit Kunstdarbietungen erfreuen: «Die Kunst hat viele Gesichter und eine positive Wirkung auf die Pflegeempfänger», ist Fleury überzeugt. Die Hobbykünstlerin strebt eine Zusammenarbeit mit einer oder mehreren Spitex-Organisationen an. In einem Servicepaket sollen Menschen, die zu Hause gepflegt werden, auch künstlerische Darbietungen buchen können.

 

Thomas Steiner

Tom and Stone, Uetliburg

Handfestere Kunst macht Thomas Steiner oder, wie er sich selber nennt, Tom Stone aus Rapperswil-Jona: Der gelernte Schreiner baut Möbel, Licht- und Kunstobjekte, Spezialanfertigungen, Pfeilbogen und mehr. Wie er sagt, tut er dies aus Leidenschaft, denn «irgendjemand muss sich ja um die schönen Dinge im Leben kümmern und diese kreieren und bauen», ist Steiner überzeugt.

Albert Jud

Frag Albert, Schmerikon
Albert Juds Internetportal «Frag Albert» prüft Angebote im Bereich Heimelektronik im Auftrag von Kunden: «Wenn jemand zum Beispiel ein neues Handy- oder Internetabo will, ist es heute extrem mühsam, herauszufinden, welches am besten passt, weil alle Anbieter die Vorzüge ihrer Angebote hervorheben», erklärt Jud. «Frag Albert» will hier Abhilfe schaffen: «Sobald wir die Bedürfnisse des Kunden kennen, schreiben wir den Auftrag aus und die Unternehmen können uns ihre Angebote einreichen.» Jud prüft diese und nimmt dem Kunden so die zeitraubende Arbeit ab. Der Kunde bekommt drei Lösungen zur Auswahl, welche seinen Bedürfnissen entsprechen. «Meine Dienstleistung bringt Transparenz, Einsparungen und ist für den Kunden kostenfrei», sagt Jud. Bezahlt wird Jud von den Unternehmen. Das ehrgeizige Ziel: «Im Jahr 2021 wollen wir in der Schweiz das Vergleichsportal Nr. 1 für Home IT sein, gemessen an der Anzahl Bestellungen.»

Atelier Molti Colori, Rapperswil-Jona

In Corinne Ronchettis Atelier Molti Colori in Rapperswil-Jona dreht sich alles um Farben: «Sie faszinieren und begleiten mich schon seit meiner Kindheit. Schon früh erkannte ich in verschiedensten Bereichen den Wert von Farbe als Gestaltungsmittel und Orientierungshilfe», sagt die 48-jährige Jonerin. Ihre Geschäftsidee habe sie allerdings erst nach ihrer Ausbildung zur Farbdesignerin konkretisiert. «In erster Linie leben wir unsere Freude im Umgang mit Farben im Textildesign, wo wir in kleinen Stückzahlen unsere eigene Schal- und Foulard-Kollektion kreieren», sagt Ronchetti. Auch Beratungen im Bereich Farbpsychologie seien Teil des Unternehmens: «Wir beraten beispielsweise bei der Farbwahl für Corporate Designs oder auch zur Farbgebung im und am Bau.»

 

Jutta Jertrum

Twist Out, Rapperswil-Jona

Jutta Jertrums Innovation steht schon in den Regalen des grössten deutschen Drogeriemarktes. Zum Artikel über sie geht es hier.

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