×

Der Borkenkäfer frisst sich weiter durch den Schweizer Wald

Der Borkenkäfer ist in der Schweiz weiter auf dem Vormarsch. Im Kanton Graubünden ging die Zahl befallener Bäume aber zurück.

Südostschweiz
Mittwoch, 06. Februar 2019, 14:07 Uhr Graubünden als Ausnahme
Der Borkenkäfer profitiert von Stürmen und Trockenheit: Die Menge des befallenen Holzes hat sich 2018 deshalb verdoppelt. (Archiv)
Der Borkenkäfer profitiert von Stürmen und Trockenheit: Die Menge des befallenen Holzes hat sich 2018 deshalb verdoppelt. (Archiv)
KEYSTONE

Die Menge des befallenen Holzes betrug im vergangenen Jahr 735'000 Kubikmeter. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Diese Menge entspricht dem höchsten Stand seit 2006. Die Zahl neu befallener Fichtengruppen verdoppelte sich 2018 nahezu – von 4600 Fichtengruppen auf 9100.

Zwischen den Regionen gibt es jedoch grosse Unterschiede, wie aus einer Mitteilung der eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) vom Mittwoch hervorgeht. «Im Kanton Graubünden ging die Menge an Schadholz zurück», sagte Marco Vanoni auf Anfrage von Radio Südostschweiz. Der Bereichsleiter Schutzwald und Waldökologie des Bündner Amts für Wald und Naturgefahren spricht von 20'000 Kubikmeter Schäden. Im Vorjahr waren es 35'000 Kubikmeter. Dies entspricht laut Vanoni mehreren tausend Bäumen.

Besonders im Mittelland, dem Jura und in der Ostschweiz war der Borkenkäfer im Jahr 2018 gefrässig. Die dortigen Forstdienste meldeten einen Anstieg des befallenen Holzes um das bis zu Zwölffache. In den Alpen und in der Südschweiz blieb der Käferbefall aber nahezu konstant oder nahm sogar ab.

Drei statt zwei Generationen

In Graubünden war das Niveau bereits vor zwei Jahren hoch. Man sei aber über dem Mittel der vergangenen 20 Jahre, so Vanoni weiter. Die Witterungsbedingungen der Vorjahre führe jeweils zur Vermehrung der Käfer.

Die gefrässigen Käfer profitierten davon, dass Fichten durch Stürme und Trockenheit geschwächt waren. Wegen der hohen Temperaturen im vergangenen Jahr konnte der Käfer in tieferen Lagen sogar drei statt wie sonst üblich nur zwei Generationen anlegen. Die Käferpopulation, die nun überwintert, ist somit grösser als in früheren Jahren.

Sollte das Jahr 2019 erneut sehr warm und trocken werden, dürfte die Situation kritisch bleiben, schreibt das WSL. Auch ohne neue Wetterextreme wie Stürme oder Trockenperioden befinden sich in den Wäldern schon heute viele geschwächte Fichten, die von den Käfern nur zu gerne als Brutmaterial verwendet werden. Laut Vanoni kann man Borkenkäfer zwar nicht ausrotten. «Aber man kann sie gut kontrollieren und befallenen Bäume aus dem Bestand holen.» (sda/phw)

Kommentar schreiben

Kommentar senden