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Fast ein Viertel aller Einfamilienhäuser steht im ländlichen Raum

Ein neuer Themenbericht der Raumbeobachtung thematisiert den ländlichen Raum im Kanton St. Gallen – und beleuchtet das Bauen ausserhalb der Bauzonen.

Linth-Zeitung
08.01.19 - 04:30 Uhr
Wirtschaft
Anders als in der Stadt: Auf dem Land gibt es einen grösseren Anteil an unbebauten Bauzonen.
Anders als in der Stadt: Auf dem Land gibt es einen grösseren Anteil an unbebauten Bauzonen.
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Der ländliche Raum umfasst im Kanton St. Gallen mehr als zwei Drittel der Kantonsfläche. Da dort nur 13 Prozent der Kantonsbevölkerung wohnen, entwickelt sich der Raum anders als in städtischen Gebieten. Der neue Themenbericht der Raumbeobachtung definiert und beschreibt den ländlichen Raum im Kanton und beleuchtet das Bauen ausserhalb der Bauzonen.

In den letzten Jahren nahm der Anteil der Wohnbevölkerung im ländlichen Raum ab, weil das Bevölkerungswachstum geringer war als in den städtischen Gebieten. Trotz der leichten Zunahme der Bevölkerungszahl gibt es im ländlichen Raum Gebiete, die im Jahr 1990 noch bewohnt waren, 2017 dagegen nicht mehr, heisst es in einer kürzlichen Mitteilung der Staatskanzlei. Dabei handelt es sich meist um entlegene Orte am Rand des besiedelten Gebiets.

2000 Hektaren weniger

Das eher geringe Bevölkerungswachstum im ländlichen Raum bedeutet aber nicht, dass hier kein Siedlungsdruck herrscht. So steht etwa fast ein Viertel aller Einfamilienhäuser im ländlichen Raum. Die Einwohnerdichte in den Wohn- und Mischzonen im ländlichen Raum ist deshalb rund halb so gross wie im städtischen Raum. Auf dem Land gibt es ausserdem einen grösseren Anteil an unbebauten Bauzonen. Nach wie vor hat die Landwirtschaft einen grossen Anteil an den Beschäftigten im ländlichen Raum, doch auch hier ist mittlerweile der Dienstleistungssektor dominant. Absolut gesehen arbeiten im städtischen Raum mehr Menschen in der Landwirtschaft als im ländlichen Raum. Fast alle naturnahen und/oder geschützten Gebiete liegen im Kanton St. Gallen im ländlichen Raum. Hier gingen in den Jahren 1996 bis 2008 aber mehr als 2000 Hektaren landwirtschaftliche Nutzfläche verloren. Meist wurden diese Flächen für Siedlungszwecke genutzt.

Viele bewilligte Baugesuche

Die Anzahl Baugesuche ausserhalb der Bauzonen blieb seit dem Jahr 2005 relativ stabil. Zugenommen haben die Beratungen und Abklärungen im Vorfeld der Baugesuche, was dazu führte, dass die Anzahl Baugesuche zuletzt leicht abnahm. Der grösste Teil der Baugesuche wird bewilligt. An rund einem bis zwei Prozent des Gebäudebestandes ausserhalb der Bauzonen wird somit jährlich eine bewilligte Änderung vorgenommen.

Der Themenbericht «Ländlicher Raum und Bauen ausserhalb Bauzonen im Kanton St. Gallen» kann Im Internet heruntergeladen werden: www.statistik.sg.ch/home/publikationen/statakt.html.

Gedruckte Exemplare können beim Amt für Raumentwicklung und Geoinformation, Lämmlisbrunnenstrasse 54, 9001 St. Gallen bezogen werden (Telefon 058 229 31 47; 25 Franken pro Exemplar).

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