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Edles Speiseöl und exotische Schokolade

Auch dieses Jahr werden Schülerinnen und Schüler der Evangelischen Mittelschule Schiers zu Jungunternehmern. Im Rahmen des YES-Projekts sind die Miniunternehmen Geniöl und Chocoluxe entstanden.

Südostschweiz
Donnerstag, 22. November 2018, 07:01 Uhr Schüler werden zu Unternehmern
YES, we can: Sabrina Fahrner, Elena Weidkuhn und Seline Würth (von links) leisten vollen Einsatz für ihre YES-Unternehmen Geniöl und Chocoluxe.
YANIK BÜRKLI

Von Daria Joos

Hohe Qualität, Luxus, edles Produkt-design, eine Prise Exotik: Diese Werte verbinden die beiden Mini-Unternehmen Geniöl und Chocoluxe, die diesen Herbst an der Evangelischen Mittelschule Schiers gegründet wurden. Elf Schülerinnen und Schüler vertreiben im Rahmen des Company-Programms von Young Enterprise Switzerland (YES) ein Jahr lang selbst entwickelte Produkte, aromatisierte Speiseöle und Edelschokolade. Dabei hat jedes Unternehmen einen CEO sowie Verantwortliche für Administration, Produktion, Finanzen, Marketing und IT.

Öl in verschiedenen Variationen

Die Mitglieder des Geniöl-Teams veredeln die Rohstoffe selber: Sie verfeinern Raps- und Olivenöl mit verschiedenen Zutaten. «Wir haben selber ausprobiert, welche Zutat zu welchem Öl passt», erklärt Seline Würth, die bei Geniöl für die Produktion zuständig ist. Dabei hätten sie nur hochwertige Ba-sisöle verwendet, betont sie.

Fünf Aromen sind bis jetzt verfügbar: Basilikum, Chili, Knoblauch, Zitronen- und Orangenschale. «Wir wollen auch noch saisonale Anpassungen vornehmen», sagt Würth. So sei geplant, im Frühling Bärlauch-Öl herzustellen.

Schweizer Schoggi mit Würze

Da die Herstellung von Schokolade viel Fachwissen und -kompetenz erfordert, lässt Chocoluxe, das zweite Mini-Unternehmen aus Schiers, seine Ideen von der Churer Confiserie Maron umsetzen. Über 20 Kombinationen verschiedener Lebensmittel und Grand-Cru-Schokoladen hat Chocoluxe in Auftrag gegeben und verkostet. Für den Verkauf durchgesetzt haben sich vorerst die Sorten Wasabi und Apfel-Zimt. Wie Finanzchefin Sabrina Fahrner erklärt, sind weitere Sorten geplant. Die Verpackung mit dem Firmenlogo hat das Chocoluxe-Team übrigens selbst designt. «Das Logo soll Luxus ausdrücken», so Fahrner.

Weihnachten soll Geld einbringen

Das Kapital der Mini-Unternehmen wird durch den Verkauf von Partizipationsscheinen à 15 Franken aufgebaut. An einer Informationsveranstaltung haben Geniöl und Chocoluxe kürzlich ihre Produkte vorgestellt. Maximal 3000 Franken dürfen so laut YES-Reglement zusammenkommen. Geniöl hat bis jetzt 168 Partizipationsscheine verkauft, Chocoluxe 143, wie Fahrner sagt.

Als Einnahmequelle dienen beiden Unternehmen der Onlineverkauf sowie der Direktverkauf an den Weihnachtsmärkten. Fahrner verspricht sich einen saisonalen Vorteil für Chocoluxe: «Schokolade lässt sich besonders in der Weihnachtszeit gut vermarkten.» Zudem wolle Chocoluxe auch Unternehmen ansprechen und sei bereits mit Detailhändlern im Gespräch.

«Weihnachten ist eine wichtige Verkaufsquelle», sagt auch Geniöl-CEO Elena Weidkuhn. Die Geniöl-Geschenksets eigneten sich gut als Weihnachtsgeschenk. «Ziel ist es, 400 bis 500 Flaschen zu verkaufen.»

Lernen und über Fehler lachen

Das YES-Projekt ist bei den Schülern beliebt. Fahrner gefällt der Lerneffekt: «Ich kann in die Praxis umsetzen, was ich zuvor theoretisch gelernt habe.» Das Gelernte anzuwenden, gebe ihr Motivation.

«Man bekommt mit, wie es ist, in einem Unternehmen zu arbeiten», sagt Weidkuhn. Unter anderem wegen des YES-Projekts habe sie auch das Schwerpunktfach Wirtschaft und Recht gewählt.

Würth fügt an: «Man lernt auch, in der Gruppe zu arbeiten.» Auch wenn dies nicht immer einfach sei. «Und es ist wichtig, über Fehler lachen zu können.» Sie erzählt von einem kleinen Missgeschick: Statt für den Weihnachtsmarkt in Buchs im Kanton St. Gallen hat sich Geniöl für denjenigen in Buchs im Aargau angemeldet. Nun wartet zwar eine zweistündige Zugfahrt auf das Geniöl-Team – vielleicht aber auch der erste überregionale Absatzmarkt.

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