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Ab Frühjahr gibts Luxusski aus dem Bergell

Von Disentis nach Vicosoprano: Die Ski-Manufaktur Zai produziert bald wieder in Graubünden. Und bringt schon jetzt ein neues Modell.

Jano Felice
Pajarola
Freitag, 16. November 2018, 04:30 Uhr Ski-Manufaktur Zai
Bereit für den Einsatz: Der Zai Rebel wartet auf den Winter.
PRESSEBILD

Zai macht ernst mit dem im April angekündigten Joint Venture mit Blossom Skis, und das gleich in doppelter Hinsicht. Die Kooperation mit der italienischen Ski-Manufaktur aus der Valchiavenna hat einerseits das neuste Zai-Modell hervorgebracht, den sogenannten Rebel, einen Allround-Racer aus Kautschuk und Holz; lanciert wird er diesen Winter gemeinsam mit der Destination Laax sowie mit Skiakrobatik-Pionierin Mia Engi und Alpenhirt-Innovator Adrian Hirt. Mit deren Hilfe sucht Zai zehn Kandidaten für den Titel «rebel of the year», die den Ski dann im Dezember zur Saisoneröffnung in Laax exklusiv testfahren können. Wer sich anmelden will, findet die nötigen Angaben unter zai.ch.

Anderseits ist einer aktuellen Mitteilung von Zai zu entnehmen, dass die aus Disentis weggezogene Firma im Frühjahr 2019 die Produktion in Graubünden wieder aufnehmen wird – und zwar im Bergeller Ort Vicosoprano, wie Zai-CEO Benedikt Germanier gegenüber der Redaktion präzisiert. Geplant sei die Gründung einer gemeinsamen neuen Firma mit Blossom, vermutlich mit der Bezeichnung Zai Atelier – auch das eine direkte Folge des Joint Ventures mit den Italienern.

«Kunden wollen Swiss Made»

Die Räumlichkeiten seien bereits gefunden, und bis im März sollten laut Germanier auch alle Maschinen für die Manufaktur geliefert sein. «Die DNA des Berges ist wichtig für uns, auch die Produktion in der Schweiz, denn die Kunden wollen Swiss Made», begründet der CEO die Standortwahl. Wichtig sei auch die geografische Nähe zu Blossom in der Valchiavenna. Zudem brauche es ohnehin eine Service-Station für Zai, auch diese Aufgabe werde man in Vicosoprano übernehmen. Aus personeller Sicht sei vorerst ein vorsichtiger Aufbau geplant, «und die Investitionen sind überblickbar. Sonst würden wir es nicht machen.»

Günstiger dank Kooperation

Zai betreibt momentan ein «Lab» in Spreitenbach (Aargau), ein Kompetenzzentrum, an dem unter anderem zwei ETH-Spin-offs, Blossom Skis und zwei junge Appenzeller Skibauer mitwirken. Für den neuen Rebel stammt die Innenkomposition laut Germanier von Zai, die Geometrie von Blossom, «die Wertschöpfung liegt etwa je hälftig bei beiden Firmen», so Germanier. Der für Zai-Verhältnisse recht niedrige Preis von 1950 Franken für den Rebel sei nur dank der Zusammenarbeit mit den Italienern realisierbar. «Wäre es ein reines Schweizer Produkt, wäre der Ski sicher teurer.»

«Müssen das Segment halten»

Die Modelle, die man in Zukunft im Bergell bauen werde, würden jedoch wieder hochpreisiger sein. «Wir müssen das Segment halten, das wir uns mit Zai aufgebaut haben», erklärt Germanier. In diese Philosophie passt auch der Ski, den die Manufaktur auf diesen Winter hin für das bekannte Modelabel Moncler in einer limitierten Auflage von 50 Stück bauen konnte: Er kostet 5000 Franken.

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