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Heizöl so teuer wie seit zehn Jahren nicht mehr

Wer jetzt noch Heizöl kaufen muss, greift dafür tief in die Tasche. Die Preise werden wohl auch in Zukunft steigen.

03.11.18 - 04:35 Uhr
Wirtschaft
Wer jetzt noch seinen Heizöltank befüllen muss, greift dafür tief in die Tasche.
Wer jetzt noch seinen Heizöltank befüllen muss, greift dafür tief in die Tasche.
KEYSTONE

Etwas mehr als 112 Franken kosten 100 Liter Heizöl der Standard-Kategorie «Extraleicht» laut «heizoel24.ch» im Linthgebiet zurzeit. Das ist verglichen mit den letzten zehn Jahren ein Rekordwert: Nur einmal, 2012, kostete Heizöl zum selben Zeitpunkt über 100 Franken. Am günstigsten war das Heizöl Anfang November 2016. Damals bekam man die 100 Liter für gerade einmal etwas mehr als 73 Franken – als rund ein Drittel weniger als heute.

«Aufgrund der Neuauflage des CO2-Gesetzes wird Heizöl wohl noch teurer.»
Daniel Hofer, Unternehmensleiter Migrol AG

Wie Daniel Hofer, Unternehmensleiter der Migrol AG, sagt, hängt der Heizölpreis von diversen Faktoren ab: «Wichtig ist einerseits der Produktpreis ab Raffinerie, also der Einkaufspreis.» Dazu kämen die Frachtkosten für den Import, der Dollarkurs sowie die Kosten für den Transport vom Importlager zum Endkunden. «Der Preis liegt heute vor allem deshalb höher als vor einem Jahr, weil die Preise auf den Beschaffungsmärkten in den vergangenen zwölf Monaten zugelegt haben», erklärt Hofer.

Wohl auch in Zukunft teurer

Er geht davon aus, dass sich dies auch in den kommenden Jahren nicht ändern wird, ganz im Gegenteil: «Aufgrund der Neuauflage des CO2-Gesetzes ist eine starke Erhöhung des Heizölpreises zu erwarten.» Das Gesetz steckt zurzeit in der parlamentarischen Beratung. «Die CO2-Abgabe könnte von heute 25.40 auf über 55 Franken pro 100 Liter steigen.» Schwierig abzuschätzen sei heute, wie sich die Grundpreise für Erdölprodukte verhalten werden, die für die Verkaufspreise in der Schweiz massgebend sind. «Wegen der weltweit steigenden Nachfrage nach Erdölprodukten dürften die Preise aber eher steigen als sinken», schätzt Hofer.

Alternativen nicht immer besser

Ob das dazu führen wird, dass vermehrt auf alternative Methoden zum Beheizen der Häuser umgestiegen wird, scheint zurzeit fraglich. Den trockenen Sommer, der uns die Klimaerwärmung wie selten vor Augen geführt hat, hatte laut Hofer bisher auf jeden Fall keinen Einfluss auf die Anzahl installierter Ölheizungen: «Wir stellen bezüglich dem Verkauf von Ölheizanlagen keine markanten Veränderungen fest», sagt Hofer. Dies habe wohl damit zu tun, dass eine solche Anlage schnell einmal einen fünfstelligen Betrag verschlinge. «Solche Ausgaben tätigt man normalerweise nicht aus Gründen, die zum eigenen Heizsystem keinen direkten und unmittelbaren Bezug haben.»

Hofer ergänzt, moderne Ölheizanlagen seien heute schon sehr umweltfreundlich, da sie einen hohen Wirkungsgrad aufweisen würden. Und es stelle sich die Frage nach umweltfreundlichen Alternativen: «Viele andere Heizsysteme wie beispielsweise Wärmepumpen brauchen für den Betrieb Strom.» Diese Alternativen seien folglich nur umweltfreundlicher, wenn auch der Strom aus nachhaltigen Quellen stammt. Das sei in der Schweiz zwar oft der Fall. «Wenn nun aber aufgrund der Abschaltung von Atomkraftwerken grössere Mengen Kohlestrom aus dem Ausland importiert werden müssen, ist eine Wärmepumpe nicht mehr zwingend umweltfreundlicher als eine moderne Ölheizung», sagt Hofer.

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