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Standortwechsel erregt die Gemüter

Die Bündner Firma BC Tech will ihren Standort von Chur nach Domat/Ems verlagern. Das sorgt in der Region für Gesprächsstoff. Der Churer Stadtpräsident Urs Marti findet dieses Vorhaben umstritten. Radio Südostschweiz hat mit Marti und mit Gegenpol Erich Kohler, Emser Gemeindepräsident, gesprochen.

Südostschweiz
26.10.18 - 17:00 Uhr
Wirtschaft
Rossbodenstrasse Sommeraustrasse Kreisel
«An der Rossboden sieht man, dass in Chur viel gebaut wird uns sich die Firmen niederlassen».
OLIVIA ITEM

Wenn sich eine Firma für einen Standort entscheidet, spielen viele Faktoren eine Rolle. So auch, wenn sie sich, wie im Fall der Bündner Technologie-Firma BC Tech, dafür entscheidet, ihren Standort zu verlegen.

«Die Stadt Chur ist für viele Firmen sehr attraktiv», sagt Marti. In der Stadt gehe man besonders haushälterisch mit der Ressource Boden um. Er betont die vielen unterirdischen Parkplätze, was für Nachhaltigkeit stehe. Marti sagt: «In Chur ist der Umgang mit dem Boden nachhaltiger. In der Gemeinde Ems dagegen wird nicht so gebaut. Dort sind viele Parkplätze ebenerdig.»

Wirtschaftskraft des Kantons als Hauptziel

Diese Ansicht versteht Erich Kohler, Emser Gemeindepräsident, nicht. Die Standortbedingungen für Firmen seien in Chur sowie auch in Ems gut erfüllt. Ob man in Chur oder in Ems baue, es sei beides gut für den Kanton Graubünden. Ziel soll doch schliesslich die Wirtschaftskraft im Kanton sein.

In Ems seien klare Rahmenbedingungen gegeben: Pro zwei Mitarbeiter gibt es einen Parkplatz. «Wir wollen dadurch die Nutzung des öffentlichen Verkehrs erhöhen. Nicht alle Mitarbeiter sollen mit dem Auto allein anreisen.» Eine 50-Prozent-Quote an Parkplätzen sei doch ein haushälterischer Umgang mit der Ressource Boden, meint Kohler.

«Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung verstehe ich nicht»

Marti wirft der Gemeinde Domat/Ems trotzdem vor, wettbewerbsverzerrend zu agieren. Deshalb wollten die Firmen die Stadt verlassen. Auch diese Ansicht kann Kohler nicht teilen. Er sagt: «Ich verstehe die Aussage der Wettbewerbsverzerrung nicht. Jeder Standort hat seine positiven Seiten. Chur ist beispielsweise gut erschlossen, hat gute Anbindungen und Andockstellen an die Wirtschaft.» Ems habe grössere Flächen in der Industrie, wo man andere Firmen ansiedeln könne.

Damit Chur attraktiv für Firmen ist, müssen sich gemäss Marti die Baugesetze nicht ändern. In Chur setze man auf drei Aspekte: Wohnen, Arbeiten und Leben. Man wolle auf eine gesamtheitliche Betrachtung setzen und nicht nur auf anonyme und weltfremde Industrieflächen. Chur sei auf jeden Fall konkurrenzfähig.

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Abgesehen von Stadt- Kanton- und Spitaljobs spielt die Musik vermehrt in FL und Zürich. Dies wird sich vermehrt fortsetzen und wenn die Wohnungen in ZH nicht so extrem teuer wären, würde ich Chur längst verlassen. Hier zahlt man viel und Löhne sind im Mittel eher gering, sofern man sich sein Gehalt nicht selber gestalten kann, wie gewisse Stadtpolitiker.

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