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Die neue Mint-Generation trifft sich in Grüsch

Diese Woche findet die diesjährige Ausgabe der Mint-Camps GR bei der Trumpf AG in Grüsch statt. Neu gibt es ein Angebot für Kinder, welche schon einmal ein Mint-Camp absolviert haben und so auf ihrem Grundwissen aufbauen können.

Südostschweiz
Mittwoch, 17. Oktober 2018, 20:13 Uhr Bei der Trumpf
Technik hautnah erleben: Simone beschäftigt sich mit Robotik (links), Daniel stellt sein Flugzeug vor (oben), und Trumpf-Geschäftsführer Arnim Brüchle begutachtet das Werk von Giulia.

Von Daria Joos

Die bunte Maschine rattert. Ein Förderband transportiert Legoteilchen zu einem Kran, der diese dann anhebt und aufeinander steckt. Innerhalb von wenigen Minuten stellt die Maschine «Sisa» einen kleinen Legoroboter zusammen. Erbaut und programmiert wurde «Sisa» von den Drittklässlerinnen Simone und Salome im Rahmen des diesjährigen Mint-Camps GR.

In diesem Projekt wird Mint – kurz für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – erlebbar. 27 Schülerinnen und Schüler der dritten bis fünften Primarstufe verbringen fünf Tage ihrer Herbstferien mit Analysieren, Programmieren und Handwerken in der Trumpf Schweiz AG in Grüsch.

Die Mint-Camps werden seit 2014 von der Pädagogischen Hochschule Graubünden (PHGR) und Bündner Technologieunternehmen organisiert, um den Nachwuchs der Mint-Branche zu fördern. Lilian Ladner, Leiterin Grundausbildung an der PHGR, erklärt: «Das Ziel ist es, die Kinder möglichst früh mit Mint vertraut zu machen.»

Löten für Fortgeschrittene

Dieses Jahr wird neu ein Level für Kinder angeboten, die schon ein Mint-Camp miterlebt haben. Daniel ist eines der zwölf Kinder, die einen Platz bekommen haben. Er findet das Level 2 «schwieriger, aber cooler». Zudem könne man selbstständiger arbeiten.

Die fortgeschrittenen Kinder haben Flugzeuge mit Ventilatoren gebaut. Fachmännisch erklärt Daniel an seinem Werkstück, wie ein Kondensator funktioniert und wie die Platine ge- lötet wurde. Fabio erklärt, er habe das Löten im letzten Mint-Camp gelernt. Das Gelernte könne er nun anwenden, denn im Level 2 werde mehr gelötet und dies mit mehr Material.

Interaktives Lernen

Die Kinder auf Level 1 beschäftigt sich währenddessen mit Robotik. Sie haben kleine Fabriken aus Legoteilchen nach Anleitung gebaut und programmiert. So entstanden Maschinen wie «Sisa» von Simone und Salome. An ihrem Umgang mit Technik und dem Gebrauch von Fachausdrücken erkennt man, dass die Kinder gut über das Thema Robotik informiert sind. Viele haben schon im Voraus Erfahrungen im technischen Bereich gemacht. Ladner betont aber, dass das Angebot auch ohne Vorerfahrung genutzt werden kann.

Unterstützt werden die Kinder von den Lernenden von der Trumpf AG. Auch diese profitieren von den Mint-Camps. «Es ist schön, neue Erfahrungen zu machen und einmal in die Rolle eines Lehrers zu schlüpfen», sagt Luca Kaufmann, lernender Automatikmonteur.

Die Kinder hoffen auf Level 3

PH-Student Simon Warzinek kümmert sich um das Wohlbefinden der Kinder. «Ich konnte didaktische Erfahrungen sammeln», erzählt er. Zudem konnte er direkt vom Mint-Nachwuchs lernen: Er hat diese Woche zum ersten Mal ge- lötet – unterstützt von Daniel. Warzinek sagt, dass die Kinder sehr konzentriert arbeiten würden. Man müsse sie gar mit Schokolade in die Pause locken.

Dem Mint-Nachwuchs steht die Begeisterung ins Gesicht geschrieben. Mael Jon fragt den Geschäftsführer der Trumpf AG hoffnungsvoll: «Herr Brüchle, gibt es ein Level 3?» Eine genaue Antwort kann Arnim Brüchle nicht geben. Er meint aber: «Nach Level 2 sollte schon Level 3 kommen.»

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