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Verschuldung von Schweizer Firmen bleibt trotz günstigem Geld tief

Schweizer Unternehmer widerstehen trotz der noch immer historisch tiefen Zinsen der Versuchung, sich höher zu verschulden. Viele nutzen günstigere Refinanzierungsmöglichkeiten oder längere Laufzeiten, vermeiden aber höhere Schuldenberge.

Agentur
sda
Dienstag, 11. September 2018, 09:49 Uhr Zürich
Der Grossteil der Neuverschuldung von Schweizer Firmen geht gemäss dem "Kredithandbuch Schweiz" der Credit Suisse auf Grossunternehmen wie ABB zurück - im Bild ABB-Finanzchef Timo Ihamuotila. (Archivbild)
Der Grossteil der Neuverschuldung von Schweizer Firmen geht gemäss dem "Kredithandbuch Schweiz" der Credit Suisse auf Grossunternehmen wie ABB zurück - im Bild ABB-Finanzchef Timo Ihamuotila. (Archivbild)
KEYSTONE/ENNIO LEANZA

Zu diesem Schluss kommt das am Dienstag veröffentlichte Kredithandbuch Schweiz der Credit Suisse. Die darin untersuchten Emittenten von Krediten seien insgesamt in robuster Verfassung, so das Fazit. Denn ein Anstieg bei der Verschuldung von Schweizer Firmen sei kaum festzustellen. Vor allem die Verschuldungspraxis von KMU sei weiterhin konservativ geprägt.

Das Kredithandbuch Schweiz untersucht die Kreditwürdigkeit der grössten Schweizer Anleihen-Emittenten und der wichtigsten Akteure am Schweizer-Franken-Kapitalmarkt.

Globaler Schuldenberg wächst weiter

Mit Blick auf die weltweite Verschuldung zeige sich aber ein anderes Bild. Die globale Schuldenquote habe weiter zugenommen, was unter anderem der anhaltenden Niedrigzinsphase zuzuschreiben sei. Viele Unternehmen häufen aber auch noch höhere Schulden an, um auf Druck der Aktionäre mit Fremdkapital grosszügige Dividenden auszuschütten oder Fusionen und Übernahmen zu stemmen, so die CS-Experten weiter.

Konkret stiegen die Unternehmensanleihen laut der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) im letzen Jahr um 9 Prozent auf knapp 20 Billionen Dollar. Dabei gelten über ein Drittel der Firmen als hochverschuldet, ein Plus von 5 Prozentpunkten gegenüber 2007.

Dies allein sei zwar noch nicht beunruhigend, da sich zeitgleich auch die Rentabilität im Allgemeinen verbessere sowie die Schuldendienstfähigkeit bestehen bleibe. Eine Erhöhung der Zinsen berge aber «erhebliche Risiken».

KMU widerstehen billigem Fremdkapitals

Auch hierzulande besteht laut Credit Suisse die Gefahr eines Kollapses im Zuge eines rasanten Zinsanstieges. Denn die Bruttoverschuldung der untersuchten Firmen stieg seit 2013 um 15,7 Prozent auf 171 Milliarden Franken an. Die Nettoverschuldung sogar um gut ein Fünftel auf 115 Milliarden.

Hier gelte es aber zu beachten, dass der Grossteil der zusätzlichen Kapitalaufnahme auf die fünf grössten Unternehmen zurückzuführen sei, so die Analysten der Credit Suisse. Namentlich handelt es sich dabei um ABB, LafargeHolcim, Nestlé, Novartis und Roche.

Besonders solide Kapitalstrukturen weise zudem das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft in Form der KMU auf. «Mit der Wahrung grundsolider Kapitalstrukturen machen die Schweizer KMU ihrem Ruf erneut alle Ehre», so der Befund. Somit müssten sich Käufer von Anleihen in der Schweiz weniger Sorgen machen als in anderen Industrieländern.

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