Aktionäre profitieren vom Geschäftserfolg der Bank Linth
Die Bank Linth brachte an ihrer Generalversammlung alle Anträge problemlos durch. Die Aktionäre können sich über eine Dividendenerhöhung auf 9 Franken pro Namenaktie freuen. Das stimmte selbst den grössten Kritiker milde – beinahe.
Die Bank Linth brachte an ihrer Generalversammlung alle Anträge problemlos durch. Die Aktionäre können sich über eine Dividendenerhöhung auf 9 Franken pro Namenaktie freuen. Das stimmte selbst den grössten Kritiker milde – beinahe.
Vor Stau sind selbst gewiefte Bankmanager nicht gefeit. Weil einige Vertreter der Bank Linth gestern im abendlichen Stossverkehr der Stadt Rapperswil-Jona feststeckten, mussten sich die 1243 Aktionäre in der Sporthalle Grünfeld, die zum Bankettsaal umfunktioniert worden war, noch etwas gedulden. Mit rund 15 Minuten Verspätung eröffnete Verwaltungsratspräsident Ralph Siegl die 169. Generalversammlung der grössten Ostschweizer Regionalbank.
Die Stimmung unter den Bankiers war ebenso gelöst wie jene an den Tischen der Aktionäre. Nicht verwunderlich: Erstere konnten erfreuliche Zahlen präsentieren, Zweitere sich ein kleines Stück von diesem Kuchen abschneiden. Die angekündigte Dividendenerhöhung auf 9 Franken pro Titel (+1 Franken) war denn auch während der Ausführungen von Siegl sowie während jenen von Bank-CEO David Sarasin Thema.
Lob und Mahnfinger
Mehr als einmal betonten beide, weshalb eine höhere Ausschüttung an die Aktionäre nicht sinnvoll wäre. «Genügend Eigenmittel sind wichtig und ein entscheidender Faktor, damit die Bank Linth weiter aus eigener Kraft wachsen kann», begründete Sarasin. «Um weiterhin nachhaltig ‘geschäften’ zu können, ist eine massvolle Gewinnausschüttung zielführend», doppelte Siegl nach.
Noch bevor die Aktionäre «ihren Zustupf» durchwinken konnten, trat Börsenanalyst und Finanzexperte Alfred P. Herbert ans Rednerpult. Ein Raunen ging durch den Saal: Der als «Cash-Guru» bekannte Herbert ist seit Jahrzehnten die kritische Stimme an der GV der Bank. «Endlich», legte er los, «dieser Dividendenschritt war längst fällig.»
Lange hätten die Aktionäre – sie warten seit Jahren auf eine Anhebung der Dividende – insistieren müssen, endlich hätten die Bankverantwortlichen eingelenkt. «Eine späte Einsicht, aber nicht zu spät», fand gar der Kritiker für einmal milde und zuweilen lobende Worte. Um dann doch in gewohnter Manier den Mahnfinger zu heben. Wie ein italienisches Sprichwort besage, dürfe man nicht auf der Mitte der Strasse stehen bleiben. «Das gilt für die Weiterentwicklung der Bank wie auch für ihre Ausschüttungspraxis», schloss Herbert.
In allen Bereichen gewachsen
Fast ohne Gegenstimmen hiessen die Aktionäre letztlich die Erhöhung gut. Sie profitieren damit vom ausserordentlich starken Geschäftsjahr der Bank. Sie erzielte 2017 einen klar höheren Gewinn (22,6 Mio. Fr./+12,7 Prozent), einen besseren Ertrag (96,1 Mio. Fr./+10,5 Prozent) und knackte erstmals die 7-Milliarden-Grenze (+2,6 Prozent) bei den Kundenvermögen– unter dem Strich konnte die Bank Linth in (fast) allen Segmenten zulegen.
Entsprechend erfreut zeigte sich Sarasin: «Im für Retailbanken schwierigen Umfeld haben wir ein starkes Ergebnis erzielt – dieses kann sich auch im Vergleich mit Mitbewerbern der Branche sehen lassen.» Er macht mehrere Eckpfeiler für den Erfolg verantwortlich: die Flexibilität der Bank, ihr umsichtiges Kostenmanagement und kontinuierliche Investitionen in neue Angebote.
Auch aus dem Mutterhaus, der Liechtensteinischen Landesbank (LBB), konnte die Bank Linth Lob einheimsen. Roland Matt, CEO der LBB-Gruppe, adelte die Kundennähe und den Innovationsgeist. Vor allem bei der Entwicklung der Filialen sei die Regionalbank dem Mutterhaus einen grossen Schritt voraus. Das Konzept, das auf die Kombination von persönlicher Nähe und professionellen Dienstleistungen setze, habe Zukunft.
Diesen Ball nahm Sarasin im Ausblick 2018 auf. Drei Schwerpunkte stünden an: Die Erweiterung des Marktgebiets mit der Eröffnung eines Standorts in Frauenfeld, der Umbau von acht Filialen und die Entwicklung neuer Angebote (die «Südostschweiz» berichte).
Gleiche Vergütungen für Chefetage
Ohne Diskussion genehmigten die Bank-Aktionäre am Ende sämtliche Anträge – darunter auch die Vergütungen für die Mitglieder des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung. Letztere bleiben gleich hoch wie im Vorjahr – wobei keine Einzelsummen, sondern lediglich die Obergrenzen fürs ganze Gremium bekannt gegeben wurden. So beziehen die vier Geschäftsleitungsmitglieder zusammengerechnet Fixlöhne von höchstens 2 Millionen Franken, dazu kommen Boni von maximal 515 000 Franken – auch hier nicht pro Person, sondern für alle vier Mitglieder zusammen. Für die sieben Verwaltungsräte der Bank liegt die Obergrenze der Vergütungen neu etwas höher – nämlich bei 550 000 Franken.
Nach der zügig abgehandelten Generalversammlung durften die Aktionäre dann den Abend bei einem feinen Nachtessen ausklingen lassen. Ehe sie sich – hoffentlich ohne im Stau festzustecken – auf den Heimweg machten.
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