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Weiter auf der digitalen Überholspur

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) entwickelt zusammen mit dem Bankensoftware-Entwickler Finnova ein neuartiges Kreditberatungs-Tool. Das ist nur eine von mehreren Neuigkeiten.

Südostschweiz
Freitag, 16. März 2018, 04:30 Uhr Bankensoftware
Die Glarner Kantonalbank entwickelt unter anderem ein neues Kreditberatungs-Tool.
Die Glarner Kantonalbank entwickelt unter anderem ein neues Kreditberatungs-Tool.
SÜDOSTSCHWEIZ

Von Marco Häusler und Rolf Hösli

Die Glarner Kantonalbank macht einen weiteren Schritt in die digitale Welt hinein. Wie sie gestern bekannt gegeben hat, führt sie mit dem Software-Unternehmen Finnova eine digitale Kreditberatung ein. Das Computerprogramm deckt den gesamten Prozess von der Kundenberatung bis hin zur nachgelagerten Verarbeitung ab. Der Vorteil: Die Banken können Kosten sparen. Das Produkt wird unter dem Namen «Finnova Loan Advisory» eingeführt und soll von allen Banken in ihr System integriert werden können.

Die Applikation komme noch dieses Jahr auf den Markt, sagte Hanspeter Rhyner bereits Ende Februar in einem Interview mit dem Wirtschaftsportal www.moneycab.com. Der CEO der GLKB freut sich, dass «das Projekt auf Kurs» ist.

Weitere Details über den Deal gab die GLKB auch gestern nicht bekannt, es sei mit Finnova Stillschweigen vereinbart worden.

Software hilft auch beim Anlegen

Auch daneben tut sich bei der GLKB momentan einiges. So lanciert sie per 1. April die digitale Anlageberatung. Unter dem Slogan «loslegen – anlegen» wird ihre Anlageberatung neu gestaltet. «Die bewährte persönliche Anlageberatung wird mit einem innovativen, softwaregestützten Prozess kombiniert», steht dazu in einer weiteren Mitteilung.

Schon heute bietet die GLKB mit «Index plus» und «Premium» Vermögensverwaltungsmandate ab einem Betrag von 50 000 Franken an. Nun aber führt sie drei weitere Anlagepakete ein: «Kompakt», «Komfort» und «Komfort Plus». Sie unterscheiden sich voneinander in der Intensität der Betreuung und im Leistungsumfang. Mit «Kompakt» sollen sich die Anlegerinnen oder Anleger selbst mit der Entwicklung der Finanzmärkte auseinandersetzen, mit «Komfort» regelmässige Empfehlungen zu einzelnen Anlagen erhalten und mit «Komfort Plus» umfänglich beraten werden.

Mit dem «neuen Beratungserlebnis» könnten Anlagestrategien mit Visualisierungen simuliert werden, steht in der Mitteilung weiter und: «Mit dem Einsatz der digitalen Möglichkeiten wird aufgezeigt, wie sich eine gewählte Strategie in der Vergangenheit entwickelt hätte.» Darauf basierend, würden dann die künftigen Erfolgsaussichten verschiedener Strategien simuliert, um schliesslich ein Portfolio zusammenzustellen.

«Einer der grössten Player»

In diesen Tagen erneuert die GLKB zudem ihr Online-Banking (siehe Kasten), Und der Hypomat läuft weiterhin prächtig. In besagtem Interview mit «Moneycab» machte der CEO der GLKB, Hanspeter Rhyner, zwar keine konkreten Angaben dazu, wie viele ausserkantonale Abschlüsse die Bank in ihrem Kerngeschäft Hypotheken mache: «Es liegt aber auf der Hand, dass über die Online-Plattform Hypomat – die für Interessenten in der ganzen Deutschschweiz offen steht – das ausserkantonale Potenzial höher ist als jenes im eigenen Kanton.»

Vor bald einem Jahr hatte die GLKB diesen Hypomaten auch für Kredite für Mehrfamilienhäuser geöffnet; wie schon für Einfamilienhäuser oder anderes Wohneigentum nicht zur Baufinanzierung, aber auch zum Kauf bestehender Wohnbauten oder zur Ablösung anderer Hypotheken.

Andreas Dietrich bezeichnete in einer Studie der Hochschule Luzern als den Hypomat als «einen der grössten Player im Markt», über den seit der Lancierung 2012 «in der Zwischenzeit ein Hypothekarvolumen von mehr als 700 Millionen Franken abgewickelt» worden sei. Die Studie trug den Titel «Hypomat 2.0: Die Glarner Kantonalbank erneut Vorreiterin im Bereich der Online-Hypotheken». Als Lizenznehmer für die Online-Hypotheken-Plattform stiessen als Kunden ab 2016 zudem die Freiburger und Tessiner Kantonalbank sowie die Zürcher Genossenschafts-Regionalbank Sparkasse des Bezirks Uster dazu.

Das ist Finnova
Finnova ist ein führender Anbieter von Bankensoftware auf dem Finanzplatz Schweiz. Die Firma mit Hauptsitz in Lenzburg zählt nach eigenen Angaben über 100 Banken – 80 Universal- und 20 Privatbanken – zu ihren Kunden. Diese würden, so die Finnova, von «effizienten, innovativen und regulatorisch konformen IT-Lösungen» profitieren. Ihre Banken-Software sei eine Standardlösung, die sich mit ihrem breiten Funktionsumfang für unterschiedlichste Geschäftsmodelle einsetzen lasse.  Finnova wurde 1974 gegründet und beschäftigt  über 400 Mitarbeitende in Lenzburg, Chur, Seewen SZ und Nyon.

Neues E-Banking
Die Glarner Kantonalbank überarbeitet derzeit ihr E-Banking. Die neue Benutzeroberfläche verbessere die Übersicht und sei bedienerfreundlicher, steht in der Medienmitteilung dazu. So würden schon auf der Startseite alle Vermögenswerte abgebildet. Zudem sei die neue Benutzeroberfläche auf die optimale Darstellung auf allen Endgeräten, wie PC, Notebook oder Tablet ausgerichtet. Privatkunden werden gestaffelt auf die neue Plattform umgestellt, Firmenkunden steht sie ab Mitte Juni zur Verfügung. Das Login-Verfahren bleibt unverändert, zu den Neuerungen gibt es auch Erklärvideos.

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