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Auf digitaler Chaos-Mission im Prättigau

Die Digitalisierung ist auch in Graubünden bestimmendes Thema. Der eben gegründete «Chaos Computer Club Südostschweiz» mit Sitz in Schiers will die Diskussion in die Bergregion tragen. Bereits ist ein Kongress für Computerfreaks und Wirtschaftsvertreter geplant.

Béla
Zier
Donnerstag, 15. März 2018, 04:30 Uhr Kongress für Computerfreaks
Der Gründungszirkel: Diese zehn Computerexperten haben den «Chaos Computer Club Südostschweiz» ins Leben gerufen.
PRESSEBILD

Die Gemeinde Davos möchte sich über das neue Projekt «Digital Forum» zum ersten digitalen Bergort mausern, die Bündner SP will, dass der Kanton Graubünden einen millionenschweren Digitalisierungsfonds einrichtet (Ausgaben vom 27. Februar und 3. März). Es sind zwei Beispiele dafür, dass sich in Graubünden beim zukunftsentscheidenden Thema Digitalisierung etwas bewegt. So auch in Schiers.

Dort hat der kürzlich ins Leben gerufene «Chaos Computer Club Südostschweiz» (CCC-SO) seinen Sitz. Dessen Kernabsicht ist es, sich in die Diskussion rund um die Vor- und Nachteile der digitalen Revolution einzuschalten. Alleine dabei soll es nicht bleiben.

Keine Neuerfindung

Zum Gründungszirkel des CCC-SO gehören zehn Personen. Diese seien in den Kantonen Graubünden und Glarus wohnhaft und die meisten in Industriebetrieben in der Informatik tätig, sagt Luzi Stadler. Der 34-Jährige wohnt in Buchen bei Luzein und wurde zum Club-Präsidenten ernannt.

Die Vereinigung ist keine Neuerfindung. Die Ur-Organisation ist der weit über Fachkreise hinaus bekannte deutsche «Chaos Computer Club». Vor mehr als 30 Jahren gegründet, ist dieser heute mit über 5000 Mitgliedern die grösste europäische Hackervereinigung. Sein Ableger hierzulande ist der «Chaos Computer Club Schweiz». Ihm sind eine ganze Reihe regionaler Gruppen angeschlossen. Der «Chaos Computer Club Südostschweiz» hat laut Stadler ein Beitrittsgesuch gestellt.

Einsatz für Informationsfreiheit

Wie der deutsche «Chaos Computer Club» fordere man ein Menschenrecht auf weltweite, ungehinderte Kommunikation, setze sich für grenzüberschreitende Informationsfreiheit ein und beschäftige sich mit den Auswirkungen von Technologien auf die Gesellschaft sowie das einzelne Lebewesen. Das ist in der Medienmitteilung des «Chaos Computer Club Südostschweiz» zu dessen Gründung festgehalten. Das Hacken von Computern stehe bei ihnen nicht im Vordergrund, es gehe darum, im Technologiebereich Neues auszuprobieren und miteinander Projekte zu verfolgen, erklärt Stadler. So will man in Schiers einen «Chaos Alpen Kongress» auf die Beine stellen.

Ein Kongress für alle Branchen

Als unabhängiger Verein beleuchte man die digitale Umwälzung aus einem ganz anderen Blickwinkel als Wirtschaftsunternehmen oder Bildungsinstitutionen, hält der CCC-SO zum «Chaos Alpen Kongress» fest. Die Idee sei, mit dem Anlass nicht nur Computerfreaks, sondern auch Wirtschaftsvertreter anzusprechen, führt Stadler aus. Es handle sich nicht um einen klassischen Computerkongress, sondern um einen Anlass für alle Unternehmensbranchen. Um das Interesse auszuloten, hat Stadler eine ganze Reihe von Firmen angeschrieben. Er hoffe, den ersten «Chaos Alpen Kongress» 2018 durchführen zu können – 2019 sei aber realistischer.

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