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Bentley geht für sechsstellige Summe über den Tisch

In Uznach wird ein Bentley versteigert. Da das Luxusauto an Ort und Stelle bar bezahlt werden muss, trifft die Gemeinde hohe Sicherheitsvorkehrungen.

Christine
Schibschid
Mittwoch, 14. März 2018, 04:30 Uhr Sicherheitsvorkehrungen verstärkt
Bei der Versteigerung waren gar Polizisten anwesend.
CHRISTINE SCHIBSCHID

Planänderung gestern kurz vor 14.30 Uhr: Die angesetzte Versteigerung eines Bentley Continental findet doch nicht im Uzner Rathaus statt. Aus Sicherheitsgründen entscheiden die Verantwortlichen kurzerhand, die Veranstaltung ins Begegnungszentrum zu verlegen. «Dazu haben wir uns nach Rücksprache mit der Polizei entschlossen. Weil wir erwarten, dass die Leute viel Geld mitbringen», sagt Arlinda Iljazi, stellvertretende Leiterin des Betreibungsamtes Uznach.

Grosser Andrang erwartet

Im Begegnungszentrum gibt es die Möglichkeit, die Tür zu verschliessen, was im Rathaus wegen des Publikumsverkehrs nicht so einfach machbar gewesen wäre. Ausserdem gibt es an der neuen Adresse für alle Fälle einen Fluchtweg. «Wir erwarten, dass jeder Interessent etwa 50 000 Franken in der Tasche hat», sagt Iljazi. Daher sorgen auch drei Polizisten für Sicherheit.

Laut Gemeindepräsident Christian Holderegger stellen sich die Verantwortlichen auf einen grossen Andrang ein. Am Ende kommen aber weniger Interessenten als erwartet. Als die Versteigerung beginnt, sind neben den Mitarbeitern des Betreibungsamtes 30 Personen im Saal. Im Publikum sitzt auch Holderegger. «Ich will mir die Versteigerung mal ansehen. Sie ist schon etwas Besonderes für uns.»

Wie Iljazi erzählt, werden in Uznach zwar zwei bis drei Liegenschaften pro Jahr versteigert, ein Luxusauto ist aber eher selten. Meist seien teure Autos schliesslich geleast. «In der Regel geht es um andere Fahrzeuge. Diese werden dann durch einen Liquidator verkauft, zum Beispiel an eine Garage.» Die Schuldner könnten selbst entscheiden, ob sie ihr Eigentum versteigern lassen wollen. «In diesem Fall will der Betroffene das», so Iljazi.

Beim Schuldner handelt es sich um einen Mann aus Murten im Kanton Freiburg. Laut «20 Minuten» ist er 23 Jahre alt, hat hohe Schulden und kassierte 2014 einen Strafbefehl wegen Betrugs. Eigentlich ist das Betreibungsamt Murten für seinen Fall zuständig. Die Uzner leisten nur Rechtshilfe. «Das Auto wurde in unserem Zuständigkeitsgebiet gepfändet, nun wird es auch hier verkauft», erklärt Iljazi. Um alles andere kümmerten sich die Kollegen in Murten.

Käufer möchte anonym bleiben

Die Arbeit der Uzner ist schnell erledigt. Um 14.40 Uhr beginnt die Versteigerung, um 14.45 Uhr ist sie schon vorbei. Obwohl es bei null losgeht, liegt bereits das erste Gebot bei 80 000 Franken. «Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten», heisst es bei 110 000 Franken. Neuer Besitzer des Autos ist ein Mann, der im Linthgebiet wohnt und anonym bleiben möchte. Auch was er mit dem Bentley nun vorhat, wollte er nicht verraten.

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