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Engadin Scuol setzt auf Snowboard Alpin

Am Samstag hat in Scuol das FIS Snowboard-Alpin-Weltcup-Finale stattgefunden. Lokalmatador Nevin Galmarini durfte mit rund 500 Zuschauern seinen Gesamtsieg feiern. Scuol will sich stärker als Snowboard-Alpin-Destination positionieren.

Südostschweiz
Dienstag, 13. März 2018, 04:30 Uhr Snowboard-Alpin-Destination
Heimspiel: Nevin Galmarini wurde auf Motta Naluns von seinen Fans gefeiert.
KEYSTONE

Scuol und der Snowboard-Alpin-Sport haben eine gemeinsame Geschichte. Im Jahr 1987 wurde in Scuol die erste Snowboardschule Europas gegründet. 1993 wurde der Scuoler Cla Mosca der erste Weltmeister in der Sportart Snowboard Alpin, 1997 tat es ihm sein Bruder Fadri Mosca gleich. Dazwischen wurde 1993/94 am Hochalpinen Institut Ftan eine Sportschule für Nachwuchssnowboarder gegründet. Im Winter 2014 folgte dann Nevin Galmarini aus Ardez mit der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Sotschi. Dieses Jahr kam Galmarini mit Olympia-Gold nach Hause. Gefeiert wurden sowohl diese Medaille als auch die grosse Kristallkugel nach dem Gesamtsieg des Weltcups am Samstag in Scuol.

Niculin Meyer, Leiter Kommunikation und stellvertretender Direktor der Tourismus Engadin Scuol Samnaun Val Müstair AG, ist zufrieden mit dem Snowboard-Alpin-Weltcup-Finale 2018. «Strecke und Rennen waren hochwertig, was nicht selbstverständlich ist, da wir zum ersten Mal Rennen auf diesem Niveau veranstaltet haben», sagt er. Sehr zufrieden ist Meyer auch mit den hohen Zuschauerzahlen. «Snowboard Alpin ist immer noch eine Randsportart», sagt Meyer. Dass rund 500 Personen die Rennen im Skigebiet Motta Naluns mitverfolgt haben, sei vor allem der Popularität von Lokalmatador Galmarini zu verdanken sowie seinem Erfolg an Olympia.

Nicht der letzte Snowboard-Event

Erste Erfahrungen im Bereich Snowboard-Alpin-Rennen, durfte Scuol in den vergangenen zwei Jahren bei der Austragung der Schweizermeisterschaften sammeln. Im Jahr 2017 erfolgte dies in Kombination mit den Europacup-Finals. Dieses Jahr durfte Scuol erstmals einen Weltcup-Final austragen. «Wir konnten Swiss Ski beweisen, dass die Region imstande ist, einen Anlass dieser Grössenordnung zu stemmen», erklärt der Touristiker und fügt an: «Wir haben gezeigt, dass wir ein würdiger Vertragspartner für Snowboard-Alpin-Rennen sind». Durch die branchenübergreifende Zusammenarbeit habe es einen Lerneffekt in der Region gegeben, den die Ferienregion auch bei künftigen Anlässen nutzen wolle. «Von unserer Seite ist klar, dass es nicht der letzte Snowboard-Anlass gewesen sein soll», betont Meyer. Auch Swiss Ski und FIS hätten signalisiert, dass Scuol mit weiteren Anfragen rechnen könne.

500 bis 600 Logiernächte

Für Engadin Scuol ist ein Grossanlass wie das Weltcup-Finale eine tolle Werbeplattform. Die touristische Wirkung lässt sich gemäss Meyer an zwei Effekten messen: an den medialen und an den wirtschaftlichen Auswirkungen. Dank des frischen Olympiasiegers wurde der Anlass breit in den Medien gestreut. «Vor allem das Resultat von Nevin Galmarini an diesem Anlass war von nationaler Bedeutung», sagt Meyer.

Die Fernsehrechte wurden vom neuen Free-TV Sportsender Zoom von Teleclub gekauft. Ausserdem ist der Weltcup auch auf der Destinationswebsite live übertragen worden. «Die Botschaft der Live-Übertragung war, dass bei uns auch im März beste Bedingungen herrschen, um Wintersport zu treiben», erklärt Meyer.

Der Anlass hat der Region nachweislich Wertschöpfung und Logiernächte in einer nachfrageschwachen Zeit gebracht. Meyer spricht von 500 bis 600 Logiernächten. «Herauszustreichen ist sicher die lange Aufenthaltsdauer der Athleten und Funktionäre», meint er. Mehrere Tage bis zu einer Woche seien die Weltcup-Teilnehmer im Tal geblieben. In Zukunft möchte Engadin Scuol, die Wiege des Snowboard-Alpin-Sports, auch stärker als Snowboard-Alpin-Destination wahrgenommen werden. Galmarini ist dafür als Vorzeigeathlet der perfekte Sympathieträger, der auch für die nötige Aufmerksamkeit sorgen kann.

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