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Im Prättigau soll ein Bus-Taxi her

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind Prättigauer Dörfer schlecht erreichbar. Eine Petition fordert ein Bus-Taxi.

Béla
Zier
Samstag, 09. Dezember 2017, 04:30 Uhr Besserer Anschluss
Bustaxi
Der öffentliche Verkehr in die Prättigauer Dörfer ist ungenügend - ein Bus-Taxi soll die Lösung sein.
SYMBOLBILD / MARCO HARTMANN

In der Höhe des Prättigaus gelegene Gemeinden wie Furna, Luzein oder St. Antönien bieten Idylle und eine grosse Lebensqualität. Ziemlich aufgeschmissen ist man dort allerdings, wenn man einzig und alleine auf den öffentlichen Verkehr angewiesen ist. Die Postauto-Verbindungen zu den Bergdörfern bestünden nicht mal stündlich und abends zumeist bis spätestens 20 Uhr, kritisiert Luzi Stadler. Er wohnt mit seiner Familie in Buchen bei Luzein und möchte die unbefriedigende Situation verbessern.

Petition ist lanciert

Stadler arbeitet auf das Ziel hin, dass im Prättigau mit Standort Bahnhof Schiers ein Bus-Taxi angeboten wird. Dieses würde stets dann bereitstehen, wenn kein Postauto fährt und bedarfsmässig zwischen dem Bahnhof Schiers und den Prättigauer Dörfern verkehren. Dies bis 22 Uhr, an den Wochenenden jeweils länger, so Stadlers Vorstellung

«Es ist einfach insofern ein Problem, als dass all jene, die kein Auto besitzen oder selber nicht fahren können, die Sport- und Freizeitangebote im Tal nicht nutzen können», erklärt Stadler die aktuelle Situation. Dadurch könnten manche gar nicht oder nur erschwert am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Um die Einführung eines Bus-Taxis zu propagieren, hat Stadler via Internet eine Petition lanciert.

Noch fehlt breite Unterstützung

Bislang haben sich auf Stadlers Internetseite www.bus-taxi-praettigau.ch erst 55 Personen hinter seine Idee gestellt und die Petition unterschrieben. Damit dem Anliegen genügend Gewicht verliehen werden kann, hofft Stadler auf 200 Unterschriften. Eingereicht werden soll die Petition allen Prättigauer Gemeinden sowie der Region Prättigau/Davos.

Geht es nach Stadler, soll das Bus-Taxi so rasch wie möglich seine Fahrten aufnehmen. «Das Problem besteht jetzt, wir können nicht darauf warten, bis irgendwann in der Zukunft selbstfahrende Busse zu den Dörfern verkehren», sagt er mit einem Schuss Ironie. Zur Frage der Finanzierung verweist Stadler auf die Region Viamala. Von dort hat er die Idee des Bus-Taxis übernommen.

Region Viamala als Vorbild

«Das Angebot wird gut genutzt und von der Bevölkerung geschätzt», sagt Kathrin Schläpfer zum Bus-Taxi. Sie ist Assistentin der Geschäftsleitung der Region Viamala und die dort zuständige Fahrplanpräsidentin. Laut Schläpfer besteht das Bus-Taxi in der Region Viamala seit über 20 Jahren. Das Angebot sei Bestandteil des offiziellen Fahrplans und werde über Beiträge des Kantons Graubünden und der Regionsgemeinden finanziert.

«Buslinien brauchen eine gewisse Frequenz, damit sie betrieben werden können», hält Georg Fromm von der Region Prättigau/Davos zur Kritik Luzi Stadlers fest. Man würde dessen Idee sicher prüfen, es sei möglich, dass ein Bus-Taxi Sinn mache, so Fromm. Dazu müsse man das Viamala-Modell genau anschauen.

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