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Hotel-Übernahmekampf ist entschieden

Nach einem harten Bieterrennen hat eine ausserkantonale Firma den Zuschlag für den Kauf der zwei Davoser «Cresta»-Hotels erhalten.

Béla
Zier
Donnerstag, 23. November 2017, 04:30 Uhr Neuer Inhaber
Das Hotel «Cresta Sun» in Davos.
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Die Davoser Hotels «Cresta Sun» und «Cresta» haben einen neuen Besitzer. «Anfang dieser Woche wurde einem Käufer der definitive Zuschlag erteilt», sagte Reto Keller gestern auf Anfrage. Er hat als Sachwalter seit vergangenem März versucht, für die zwei Betriebe der in Nachlassstundung befindlichen Pleitefirma Cresta Hotels Davos AG einen neuen Inhaber zu finden. Die Hotelbetreiberin sitzt auf Schulden von rund neun Millionen Franken. Zu den Gläubigern gehört auch die Gemeinde Davos (Ausgabe vom 13. Oktober).

Käufer bleibt vorläufig anonym

Wer der Käufer ist, bleibt fürs Erste unbekannt. Er sei nicht dazu ermächtigt, den Namen publik zu machen, da der neue Besitzer dies nicht wünsche, sagte Keller. Er informierte einzig darüber, dass es sich um eine ausserkantonal ansässige Schweizer Firma handelt. Ob diese in der Hotellerie tätig sei, wisse er nicht. Es sei ihm auch nicht bekannt, in welcher Form die neuen Eigentümer die zwei Hotels mit ihren rund 200 Betten weiterführen werden und ob das 4-Stern- und das 3-Stern-Hotel diesen Winter geöffnet bleiben.

Mit Angeboten nachgedoppelt

Laut Keller muss nun noch der Gläubigerausschuss dem Verkauf zustimmen. «Dass dieser sich dagegen wehrt, kann ich mir nicht vorstellen», sagte der Sachwalter. Den übrigen Gläubigern verbleibe danach noch eine zehntägige Einsprachefrist. Zur Höhe des Verkaufspreises wollte sich Keller nicht äussern. Es verhalte sich aber so, dass die Gläubiger auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten müssten.

Um die Übernahme der Hotels war zuletzt ein Bieterkampf entbrannt. Lange stand nur ein Käufer bereit. Im Oktober hätte an der Gläubigerversammlung der Verkauf an diese Partei genehmigt werden sollen. In letzter Minute tauchte aber ein zweiter Interessent auf, und der Verkaufsentscheid wurde aufgeschoben. Laut Keller haben anschliessend beide Kaufwilligen ihre Angebote nachgebessert. Gemäss gut informierten Quellen soll es sich bei der im Bieterrennen unterlegenen Partei um die Davos Klosters Bergbahnen AG gehandelt haben. Vidal Schertenleib, Immobilien-Bereichsleiter des Bergbahnunternehmens, gab dazu gestern auf Anfrage keinen Kommentar ab.

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