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Mit dem Pistenbully über den Splügen

Um Wintersportler aus Madesimo ins Skigebiet Splügen Tambo zu holen, geht das Bergbahnunternehmen ungewöhnliche Wege. Schon diesen Winter will es einen Personentransport über den Splügenpass anbieten.

Madleina
Barandun
Sonntag, 19. November 2017, 04:30 Uhr Neue Wege
Die Bergbahnen wollen Italiener über den Pass holen.
OLIVIA ITEM

Die Bergbahnen Splügen Tambo AG landet kurz nach der Präsentation des Innovationsparks und dem Einsatz für eine Haltestelle des Flixbus in Splügen einen neuen Coup. Wie Verwaltungsrat Ivo Frei auf Anfrage bestätigt, will das Unternehmen bereits diesen Winter einen Shuttle für Skifahrer aus Madesimo über den Splügenpass ins Skigebiet Splügen Tambo einrichten.

«Mit einem umgebauten Pistenfahrzeug wollen wir es Personen ermöglichen, beide Gebiete zu nutzen», sagt Frei weiter. Ein Kombibillett gebe es jedoch noch nicht. Er betont, dass die ganze Aktion noch in der Testphase steckt.

Abklärungen sind noch im Gange

Mehr Informationen zum Projekt sind Frei nicht zu entlocken. «Wir müssen noch einige Details abklären», sagt er. So seien beispielsweise Fragen in Bezug auf den Grenzübertritt und den Zoll offen. Am kommenden Freitag aber soll das Projekt an der Generalversammlung der Bergbahnen Splügen Tambo AG präsentiert werden. «Wir sind optimistisch, dass alles klappt und wir mit dem Personentransport diesen Winter auch schon starten können.»

Zusammenarbeit ist nicht neu

Die Idee, künftig näher mit dem lombardischen Nachbarn ennet des Splügenpasses zusammenzuarbeiten, ist nicht neu. So gibt es laut Frei bereits seit sechs Jahren Pläne für gemeinsame Projekte im Bereich Wintertourismus. Die Kontakte zwischen Madesimo und Splügen sind zudem im Zuge eines kürzlich bei den italienischen Behörden eingereichten Interreg-Projektes vertieft worden.

Die für das Rheinwald zuständige Regionalentwicklerin Claudia Kleis, die ebenfalls in das Projekt am Splügenpass involviert ist, will zur neuen Winter-Attraktion im Rheinwald noch keine Stellung beziehen.

Umweltverbände sind alarmiert

Äussern tun sich aber die Umweltverbände: «Wir sind beunruhigt und stehen in Alarmbereitschaft», sagt Jacqueline von Arx, Geschäftsführerin von Pro Natura Graubünden. Sie spreche dabei auch im Namen von WWF und Mountain Wilderness, fügt sie an. «Wenn die Bergbahnen bereits diesen Winter loslegen wollen, ist es seltsam, dass sie uns noch nicht kontaktiert haben», kritisiert von Arx.

Mehr könne sie dazu noch nicht sagen, denn die konkreten Pläne würden auch die Umweltverbände noch nicht kennen. «Falls der Pistenbully jedoch durch ein Gebiet fahren sollte, das als Winterruhegebiet von gefährdeten Tierarten wie etwa Schneehühnern dient, dann zweifle ich, dass das Unterfangen starten kann.» Denn: Auch die Bergbahnen müssten sich an die Umweltgesetze halten.

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Diese wie ich finde oberschändliche Idee von Ivo Fifi Frei 1) steht im Widerspruch zu seiner Beteuerung auf die Frage eines kritischen Aktionärs "Sommerbetrieb": "Die neue Strategie sei im Einklang mit der Natur geplant" und 2) passt haargenau zu Freis umweltrücksichtsloser Töffli-Hype-Initialzündung,
http://grheute.ch/2016/05/10/mit-30-kmh-uber-den-san-bernardino/
die nun auf die "verwirrte" Jugend nachwirkend permanent beobachtet werden kann beispielsweise in Chur, wo diese Luftverpester weit vermehrt im Einsatz ich antreffe.
Siehe Kommentare:
https://www.suedostschweiz.ch/aus-dem-leben/2017-07-11/wenn-gestandene-…
https://www.suedostschweiz.ch/news/2017-10-14/langlaufen-auf-schnee-von…
Ich finde, diese schrecklichen Pistenbullies nun auch noch als quasi "Flix-Fern-Bus" über Bergkämme einzusetzen, zeugt von Umweltskrupellosigkeit. Ich hoffe, dass sich nun endlich möglichst viele gegen Splügen-Bergbahnen wenden bzw. aufhören, ihr Geld in diese aus meiner Sicht miese Fehlkonstruktion zu pumpen.