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Lohnverhandlungen: «Es war ein faires Angebot»

Die Lohnverhandlungen zwischen dem Baumeisterverband und den Gewerkschaften Unia und Syna für 2018 sind zumindest vorerst gescheitert. 150 Franken mehr Lohn fordern die Gewerkschafter für Bauarbeiter. Zu viel, sagt Markus Derungs, Präsident des Graubündnerischen Baumeisterverbands, und legt die Gründe dar.

Südostschweiz
19.11.17 - 14:01 Uhr
Wirtschaft
Markus Derungs kann die Gewerkschaften nicht verstehen.
Markus Derungs kann die Gewerkschaften nicht verstehen.
YANIK BÜRKLI

Der Baumeisterverband legte in den Verhandlungen den Gewerkschaften ein aus seiner Sicht faires Angebot vor: Eine individuelle Erhöhung der Effektivlöhne um 0,5 Prozent sowie eine Erhöhung sämtlicher Mindestlöhne um 0,3 Prozent. Gemäss den Baumeistern besteht kein Spielraum für Lohnerhöhungen, die über das vorgelegte Angebot hinausgehen.

Die Vertreter der Gewerkschaften haben sich «enttäuscht und wütend» gezeigt, wie die Unia am Samstag mitteilte. Nach drei Jahren Stillstand wollten die Baumeister beim Lohn wieder keine Lohnerhöhung garantieren, obwohl die Baukonjunktur ausgezeichnet sei. Die Bauarbeiter würden ihren gerechten Anteil verdienen. Konkret forderten die Gewerkschaften 150 Franken mehr Lohn. Diese sei nötig, um die Kaufkraft der Bauarbeiter mindestens zu halten. Die Gewerkschaft erinnert weiter an die steigenden Krankenkassenprämien, welche das Familienbudget der Bauarbeiter stark belasteten.

Margen unter Druck

Beim Bündner Baumeisterverband spricht man immer noch von einem fairen Angebot. «Wir können nicht ganz verstehen, weshalb man unser Angebot ausgeschlagen hat», sagt Präsident Markus Derungs. Derungs erinnert aus Bündner Sicht an die Margen auf dem Bau, die stark unter Druck seien. Speziell die Auftragssituation im Wohnungsbau sehe regional sehr düster aus.

Der Landesmantelvertrag für das Bauhauptgewerbe gilt in der aktuellen Fassung noch bis Ende 2018. Der Vertrag umfasst Leistungen wie 5500 Franken Mindestlohn für ausgebildete Berufsleute und 4'500 Franken Mindestlohn für Arbeiter ohne Berufsausbildung.

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Die Bauwirtschaft boomt, die Immobranche ist im "Goldrausch" der explodierenden Mietpreise (in Chur wie in CH-Grossstädten so hoch,
https://www.suedostschweiz.ch/zeitung/chur-ist-fast-eine-grossstadt-wen…
und lesen Sie mal die Wohnungsinserate, für eine poplige Altstadtaltwohnung 2-Zi rund 1600 CHF, dafür haben Sie eine "Aussicht" an die nächste Hausfassade - statt ins Grüne - fühlen sich quasi wie mit "Brett vor dem Kopf", was wahrscheinlich auf die Hühner zutrifft, die sich solche Batterien und Preise bieten lassen - ja: die heutigen Mieter dürften so betrachtet werden wie der Bauer sein Nutzvieh, so jedenfalls erlebe nicht nur ich das Verhalten von Hausverwaltungen, wo nur der Profit zählt, nicht humanitäre Empathie für Leidende oderIdealismus).
Die Arm-Reich-Kluft klafft weiter als vor der Französischen Revolution. Aber wem "glauben" wir? Die "arme" Bauunternehmer-Branche, die "armen" Superreichen in der Schweiz, jammer, jammer, wenn die ein Spendenkonto nennen, könnte man sie vielleicht vor dem Verhungern bewahren? Alles Mumpitz, den sich Volk aber – warum? – gefallen lässt. Das ist meine Meinung.

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