Linth-Park bleibt im Burgerfeld – neues Zentrum ist vom Tisch
Der Deal ist unter Dach und Fach: Die Karl Vögele AG hat den Linth-Park in Uznach verkauft – neue Eigentümerin ist die Euro Estates Group. Sie will das heutige Einkaufszentrum modernisieren, die Geschäfte bleiben vorerst drin. Ein neues Shoppingcenter, das am Fusse des Uznabergs angedacht war, ist für die neue Investorin keine Option.
Der Deal ist unter Dach und Fach: Die Karl Vögele AG hat den Linth-Park in Uznach verkauft – neue Eigentümerin ist die Euro Estates Group. Sie will das heutige Einkaufszentrum modernisieren, die Geschäfte bleiben vorerst drin. Ein neues Shoppingcenter, das am Fusse des Uznabergs angedacht war, ist für die neue Investorin keine Option.
Nach jahrelangen Spekulationen und Abklärungen ist jetzt klar: In Uznach wird – trotz anderer Vorzeichen – definitiv kein neues Einkaufszentrum im Wiesental gebaut. Seit mehreren Jahren hatte die Karl Vögele AG Pläne, im Industriegebiet am Fusse des Uznabergs ein neues Shoppingcenter zu realisieren – einen Nachfolgestandort für den bestehenden Linth-Park, mit deutlich grösserer Verkaufsfläche.
Dieser Traum ist geplatzt, die Vision vom Tisch: Die Karl Vögele AG hat den Linth-Park und auch zwei Liegenschaften im Wiesental (Afex und Chemtec) verkauft – an die Euro Estates Group. Das Immobilienunternehmen mit Sitz in Freienbach ist bereits seit 1. November neue Besitzerin des beliebten Einkaufszentrums und der Liegenschaften. Über den Verkaufspreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.
Überraschend kommt der Verkauf nicht. Bereits im Januar hatte Verwaltungsratspräsident Max Manuel Vögele angekündigt, dass sich die Karl Vögele AG in Zukunft ganz aufs Kerngeschäft konzentrieren wolle – den Schuhhandel mit Vögele Shoes, der Nummer 2 im Schweizer Schuhhandel. Der Betrieb eines Shoppingcenters gehöre nicht zu den Kernaufgaben, bekräftigte Vögele schon damals. Daraufhin wurde die Investorensuche lanciert.
Optimierung und Erweiterung
Mit der neuen Eigentümerin sei eine gute Lösung für den Linth-Park gefunden worden, schreibt die Presseabteilung der Karl Vögele AG: «Die Euro Estates Group hat bereits Erfahrungen in der Bewirtschaftung und Entwicklung von Shoppingcentern und war daher ein geeigneter Geschäftspartner.»
Für die Kundschaft des Linth-Parks ändert sich vorerst nichts – die zehn Fachgeschäfte und ein Restaurant bleiben vorläufig im Komplex: «Wir werden die bestehenden Mietverträge weiterführen», sagt Aryeh Altmann, Transaction-Manager bei Euro Real Estate. In absehbarer Zeit soll der Linth-Park jedoch modernisiert werden. «Derzeit klären wir mit Experten ab, welche Optimierungen und Erweiterungen denk- und machbar sind», erklärt Altmann.
Ob aussen wie innen Veränderungen geplant sind, sei noch nicht entschieden. «Das wäre zu früh.» Man stecke erst in der Evaluationsphase. «Wir wollen das Center dem heutigen Standard anpassen. Ziel ist eine Revitalisierung.»
Sind demnach die Umsätze nicht gerade erfreulich? «Im Gegenteil, die Zahlen sind sehr gut», betont Altmann. Er lobt den Standort. «Der Linth-Park wird nicht nur von der Uzner Bevölkerung stark frequentiert, er ist auch regional bestens verankert.» Der heutige Mietermix sei interessant, doch 37 Jahre nach der Eröffnung sei eine Weiterentwicklung unabdingbar.
«Neues Center lohnt sich nicht»
Ein weiteres Einkaufszentrum am Fusse des Uznabergs zu bauen, komme für die Euro Estates Group aber keinesfalls in Frage. «Die Marktsituation im Detailhandel hat sich so verändert, dass sich der Bau eines neuen Shoppingcenters schlicht nicht lohnen würde», bestätigt Altmann. Doch das Unternehmen wolle auf den erworbenen Parzellen gerne Projekte oder Bauten realisieren.
«Wir wollen das Quartier beleben – wie genau, ist aber momentan noch offen.» Man werde diesbezüglich mit der Gemeinde an einen Tisch sitzen und gemeinsam mögliche Lösungen diskutieren. Denkbar seien auf dem Areal beispielsweise gewerbliche Nutzungen oder Angebote im Retailbereich.
Geld für Neuausrichtung
Trotz Verkauf behält die Karl Vögele AG ihren Hauptsitz im Linth-Park in Uznach. Neu sind die Abteilungen Verwaltung, Verkauf und Logistik nur noch eingemietet. Am Hauptsitz beschäftigt die AG knapp 160 Angestellte, schweizweit sind es über 1200 Angestellte in den Vögele-Shoes-Filialen. Um den Turnaround zu schaffen, setzt der zweitgrösste Schweizer Schuhhändler seit 2017 auf weniger, aber modernere Filialen – ein Viertel davon ist umgebaut. Zudem wurde der Online-handel verstärkt. Mit dem zig-fachen Millionenerlös aus dem Linth-Park-Verkauf will Vögele diese Strategie fortführen.
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