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Geberit wächst wieder – aber nur moderat

Der Sanitärtechnikkonzern Geberit hat im drittel Quartal zum Wachstum zurückgefunden. Doch steigende Rohstoffkosten drückten den Profit. Da im letzten Quartal stärkerer Gegenwind erwartet wird, senkte Geberit die Wachstumsprognose leicht.

Agentur
sda
31.10.17 - 15:25 Uhr
Wirtschaft
Der Sanitärtechnik-Konzern aus Rapperswil-Jona kämpft dieses Jahr an diversen Fronten.
Der Sanitärtechnik-Konzern aus Rapperswil-Jona kämpft dieses Jahr an diversen Fronten.
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Geberit kämpft dieses Jahr an diversen Fronten, nachdem das Unternehmen im Vorjahr ein Rekordgewinn einfuhr. Immerhin stieg der Umsatz in dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 5,8 Prozent auf 733 Millionen Franken, wie Geberit am Dienstag mitteilte.

Für die ersten neun Monate verzeichnete Geberit ein Umsatzplus von 1,4 Prozent auf 2,2 Milliarden Franken. Dies nachdem die Volumen im ersten Halbjahr vor allem wegen dem Verkauf von zwei unrentablen Keramikwerken in Frankreich schrumpften.

Negativ auf das Ergebnis wirkte sich die Erhöhung der Rohstoffpreise aus, vor allem für Plastik und Metalle. In den ersten neun Monaten betrug die Preissteigerung 3,4 Prozent. Laut Konzernchef Christian Buhl werden die Rohstoffpreise bis Ende Jahr weiter zulegen, wie die Nachrichtenagentur sda schreibt.

Weniger profitabel

Erhöht wurden die Kosten durch zusätzliche Personalaufwendungen für die Fabrikschliessungen in Frankreich. Der operative Gewinn (EBITDA) stieg im dritten Quartal zwar leicht um 2,8 Prozent. Über die ersten neun Monate kam es aber zu einem Rückgang von 6,9 Prozent auf 605 Millionen Franken.

Belastend waren auch Einmalkosten verbunden mit der Übernahme des finnischen Sanitärkeramikherstellers Sanitec im Jahr 2014.

Der lange für seine satten Margen bekannte Produzent von Sanitärsystemen und Bauteilen erlitt entsprechend einen Margenrückgang. Die adjustierte operative Marge (Ebitda) reduzierte sich in den ersten neun Monaten um 30 Basispunkte auf 29,7 Prozent. Der Reingewinn gab 11,2 Prozent auf 416,7 Millionen Franken nach.

Aufträge leiden unter Personalengpässen

«Wir erwarten mehr Gegenwind», sagte Buhl weiter. Neben den Rohstoffpreisen werde das letzte Quartal auch herausfordernd wegen dem guten Vorjahresquartal. Nach wie vor nicht gelöst seien zudem die Engpässe bei den Installateuren in der Baubranche im wichtigen Markt Deutschland.

Die Wartezeit, um in Deutschland einen Installateur zu erhalten, dauerte im Sommer 155 Tage. Er wisse nicht, ob sich die Situation seither verbessert oder verschlechtert habe, so Buhl. Doch erwarte er, dass sich die Lage auch nächstes Jahr nicht verbessere und Aufträge deswegen nicht ausgeführt werden könnten.

«Wir erwarten mehr Gegenwind.»

In Deutschland trat der Umsatz mit einem Plus von 0,2 Prozent über die ersten neun Monate auf der Stelle. Wegen der Zurückhaltung bei den Investitionen durch dem Brexit büsste Geberit in Grossbritannien und Irland gar 7,8 Prozent Umsatz ein.

Dafür entwickelten sich andere europäische Länder positiv. In Spanien stiegen die Verkäufe in den ersten neun Monaten zweistellig. Mehr als 15 Prozent legten ausserdem die aufstrebenden Märkte Fernost/Pazifik sowie Nahost/Afrika zu.

Enttäuschte Anleger

Für das ganze Jahr senkte Geberit die Umsatzprognose (organisch und währungsbereinigt) auf rund 3 Prozent von zuvor 3 bis 4 Prozent. Als Grund gab Buhl die Abschwächung im August und September an. Die Marktteilnehmer reagierten enttäuscht. Bis zum Mittag gab die Geberit-Aktie um 5,4 Prozent auf 447,1 Franken nach.

 

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