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Snora steuert die Heizung unter dem Schnee

Beschneiungsschächte in Skigebieten müssen beheizt werden. Das frisst Energie. Deshalb hat Enrico Feurer Snora entwickelt. Die kleinen Geräte regeln die Temperatur selbst da, wo eine meterdicke Schneedecke liegt.

Ursina
Straub
Montag, 23. Oktober 2017, 11:30 Uhr Jungunternehmerforum
Energieingenieur Enrico Feurer mit einem Snora-Gerät auf dem Crap Sogn Gion.
YANIK BÜRKLI

Das Kästchen ist recht klein. Hat aber grosses Potenzial. Sparpotenzial. «Eine einzige Schacht- heizung mit 120 Watt Heizleistung verursacht pro Saison rund 130 Franken Stromkosten», rechnet Enrico Feurer vor. «Wird diese Heizung aber mit der Heizungssteuerung Snora geregelt, halbiert sich der Verbrauch.»

Snora – so heisst das Kästchen, das eine hohe Energieeinsparung bringt. Es ist die Innovation des Energie- ingenieurs und Entwicklers Enrico Feurer.

Das Snora-Gerät kommt in Schneeschächten zum Zug. Und von denen gibt es schweizweit eine Menge. Rund 10 000 schätzt der 33-jährige Energiefachmann Feurer. Jedes Berg- oder Wintersportgebiet, das technisch beschneit, hat nämlich Schneeschächte.

Die vernetzte Heizungssteuerung Snora kann aber auch bei einer stationären Heizung eingesetzt werden: etwa in einem Skilifthäuschen. «Da lässt sich mit Snora eine Temperaturabsenkung in der Nacht steuern», erklärt Feurer. «Damit spart man bis zu 30 Prozent Energie.»

«Wird die Heizung mit Snora geregelt, halbiert sich der Verbrauch.»

Energie sparen, das ist denn auch die Motivation, die Feurer antreibt, neue innovative Produkte zu entwickeln. Und bei den Bergbahnen, erläutert er, lässt sich Energie sparen. Bis zu zwölf Prozent der Gesamtkosten machen die Energiekosten bei Bergbahnunternehmen aus, weiss Feurer. «Dementsprechend lohnenswert ist es, bei den Energiekosten zu sparen.» Und dementsprechend offen seien auch die Unternehmen.

Beschneiungsschächte sind durch ein unterirdisches System miteinander verbunden, die einzelnen Schnee- erzeuger und -lanzen sind also miteinander verkettet. Diese Schächte müssen beheizt werden, damit das Wasser nicht einfriert. «Ohne Snora-Steuerung schaltet man die Heizungen Anfang Saison einfach ein und Ende Saison wieder aus. Sie sind also fast acht Monate in Betrieb», sagt Jungunternehmer Feurer. «Das ist Energieverschwendung.»

Die Geräte kommunizieren

Mit Snora aber misst ein Temperaturfühler permanent die Schachttemperatur und schaltet die Heizung entweder ein oder aus. Jeder Schacht ist mit einem Gerät ausgerüstet – und die Geräte kommunizieren untereinander über ein sogenanntes Lora-Netzwerk.

Die Techniker der Bergbahnen sehen auf einem Bedienpanel sämtliche Daten, welche die Snora-Geräte liefern. Das ganze Schachtsystem ist also über einen Bildschirm überwachbar. Fällt in einem Schacht die Heizung aus, werden die Techniker per Whats App alarmiert und können reagieren, bevor die Leitung einfriert. «Die Geräte sind sehr robust», erläutert Feurer. «Schliesslich wurden sie für den Einsatz in Skigebieten entwickelt.» Es müssen grosse Distanzen überwunden werden und die Heizungsregulatoren dürfen nicht ausfallen.

Amortisation in sechs Jahren

Noch etwas ist dem Praktiker Feurer wichtig: Snora soll sich rasch auszahlen. «Die Investitionskosten sind deshalb gering und die Amortisation ist tief.» Für eine Musteranlage mit 50 Schächten zahle ein Unternehmen rund 25 000 Franken, so Feurer. Sie amortisiere sich innerhalb von vier bis sechs Jahren.

Energiefachmann Feurer hat bereits verschiedene Bündner Bergsportgebiete mit den potenten Energiesparboxen ausgerüstet und auch das Wallis hat bestellt. Die Kommunikations- und Visualisierungssoftware haben er und sein Team laufend verbessert. Die Lieferkette hält er kurz: So werden die Geräte in Bad Ragaz produziert und in Malix programmiert und konfiguriert.

Technikaffin und kostenbewusst

In Graubünden berät Feurer rund 15 Bergbahnunternehmen. «Sie sind sehr technikaffin», sagt er. «Gleichzeitig müssen sie Kosten sparen und mit weniger Personal arbeiten.» Er sehe sich deshalb eher als Vertrauten, denn als externen Berater, sagt Feurer. Während einer Beratung sehe er immer schon die Umsetzung vor sich, den Prozess und die Kosteneinsparung. «Bergbahnen wollen keine Porschelösungen», weiss er, «sondern günstige Varianten, die sie mit ihren Eigenmitteln umsetzen können.»

Und auch die Werbung gehorche einer eigenen Dynamik. «Sie funktioniert hauptsächlich über Mund-zu-Mund-Propaganda», sagt Feurer.

5. Jungunternehmerforum: Plattform für Start-ups
Am Donnerstag, 26. Oktober, findet in der Aula der IBW in Chur das 5. Jungunternehmerforum Graubünden statt. Es bietet mit Referaten, Workshops und dem Start-up-Duell eine Plattform für Gründerinnen und Gründer, Jungunternehmen und KMU-Nachfolger im Kanton. So referiert etwa Barbara Laim, Geschäftsinhaberin «La Palausa, darüber, wie hochfliegende Ideen gelingen und es gibt Workshops zu Kundengewinnung, Unternehmensplanung und digitaler Transformation.
Im Final um das Jungunternehmen 2017 sind drei Start-ups: die energieingenieur.ch GmbH, deren Snora-System es ermöglicht, Schachtheizungen energieeffizient zu steuern. Die CB Financial Services AG in Maienfeld und die Eturnity AG, die Produkte zur Förderung erneuerbarer Energien entwickelt.

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