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Premiere in Graubünden: Ferien de Luxe

Was in tieferen Sternehotels bereits gang und gäbe ist, hält nun auch im gehobeneren Segment Einzug. Denn das Luxushotel «Paradies» in Ftan führt seit Neustem ein All-inclusive-Angebot. Was bedeutet dies für die 5-Sterne-Hotelbranche? Wir haben bei Andreas Züllig, Präsident von Hotelleriesuisse, nachgefragt.

19.07.17 - 17:08 Uhr
Wirtschaft
Luxuriöses Angebot: Im «Paradies» in Ftan kann All-inclusive gebucht werden.
Luxuriöses Angebot: Im «Paradies» in Ftan kann All-inclusive gebucht werden.
Pressebild

Auf 1650 Meter über Meer gibt es Luxus ohne Ende: Das 5-Sterne-Hotel «Paradies» in Ftan lanciert ein All-inclusive-Angebot und macht es damit allen anderen in der Superior-Klasse vor, wie «20min.ch» am Mittwoch berichtete. So sind der feinste Wein aus der Region, das beste Fleisch vom Luxusmetzger und das frischeste Biogemüse im Pauschalpreis von 510 Franken pro Nacht und Person inbegriffen. Doch nicht nur kulinarisch sind die Gäste im «Paradies» bestens aufgehoben, auf der Website des Hotels sind alle inkludierten Services von Spa über Wellness bis zu Sportaktivitäten aufgelistet. Die Devise? Ein wunschlos glücklicher Gast und gut genutzter Service.

Ftan generiert Aufmerksamkeit

Doch was bedeutet dieser grenzenlose Luxus wirklich? Und was bedeutet dies für andere (Luxus-)Hotels in Graubünden? Wir haben bei Andreas Züllig, Präsident von Hotelleriesuisse, nachgefragt.

Ftan sei ein spezielles Beispiel, da es nicht im Tourismusstrom des Engadins liege, erklärt der höchste Schweizer Hotelier. Deshalb müsse man sich etwas einfallen lassen, womit man Aufmerksamkeit erhält und Gäste gewinnt. «Ich finde es einen guten Ansatz, dass sie es mit dem All-inclusive versuchen», sagt Andreas Züllig gegenüber «suedostschweiz.ch». Ob es ein Erfolgsrezept für andere Luxushotels im 5-Sterne-Bereich sein könne, sei nur schwer zu beurteilen.

Paradiesischer Luxus - das 5-Stern-Hotel im Engadin ist das Erste, das ein Pauschalangebot einführt. Pressebild
Paradiesischer Luxus - das 5-Stern-Hotel im Engadin ist das Erste, das ein Pauschalangebot einführt. Pressebild

Ist es die Zukunft der Luxushotels?

Ob nun andere Hotels der Luxusklasse mitziehen werden, wird sich zeigen. Andreas Züllig ist der Meinung, dass Ftan mit ihrem Angebot keinen neuen Trend ausgelöst hat, denn viele Gäste dieser Kategorie schätzen den individuellen Service und entscheiden gerne selber, wo sie später Mittagessen oder den nächsten Ausflug machen. Solche Gäste seien nicht unbedingt an Pauschalen interessiert, sondern wollen ihr Programm individuell zusammenstellen.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis bei 510 Franken für ein Einzelzimmer pro Person und Nacht sei in diesem Segment grundsätzlich angemessen, meint Züllig weiter. Auch für die Gäste sei es attraktiv zu wissen, was am Schluss auf der Rechnung steht. Ein Win-Win-Geschäft für das Hotel und den Gast. 

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Hahaha, Lachen ohne Ende.
Zitat Züllig (oberster Hotellier) "müsse man sich etwas einfallen lassen, womit man Aufmerksamkeit erhält und Gäste gewinnt."
Ja echt? So wie Bergün, gell. Dieselbe "Kreativität", die schuld ist am x-jährigen ("gefühlte" Jahrzehnte) Gejammer des GR-Tourismus paradoxerweise laufend alternierend mit Maxijubelberichten - quasi manisch-depressiv? Und so jemand soll Gesundheitstourismus anbieten?
Das obige "All-Inclusiv" finde ich unglaublich unglaublich. Den Kunde mit einem Gesamtpaket "zumüllen", wer will das denn in irgendeinem Lebensbereich? Das Gegenteil wollen Menschen: Selbst auswählen im Supermarkt, in der Fahrzeug-Ausstattung, etc. Ich soll eine Pauschale bezahlen, wenn ich nicht mal die Hälfte nutzen will?
Und dann diese ewige, uralte Marketingfloskelei à la "der feinste Wein aus der Region, das beste Fleisch vom Luxusmetzger und das frischeste Biogemüse" - also Leute: ich weiss ja nicht, wer auf so was noch reinfällt, ich jedenfalls finde es quasi "Osterhase trifft Klapperstorch", gähn. "Ich bin doch nicht blöd" (auch wenn mich Anbieter dafür halten) "das muss ich gleich dem Urs erzählen".
Das, was ich suche, fand ich noch nicht in Graubünden.
Und zum fulminanten Schlussabsatz dieses Geistesblitzartikels: Ich finde es nicht äusserste Logikbrillanz, dass ausgerechnet ein Gast, der für eine Übernachtung Fr. 510 hinblättert, besonders akribischen Wert darauf legt, "am Schluss zu wissen, was auf der Rechnung steht". Vielmehr könnte er ins Grübeln geraten, warum er das, was "inbegriffen" war, nicht nutzte - "ach, welche Vergeudung" - oder nutzte wider Mögen.

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