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Die Wasserkraft ist ihr Geld Wert

Eine Senkung der Wasserzinsen sei nicht nötig, denn der Wasserkraft gehe es besser als die Stromkonzerne behaupten würden. Dies sagt die IG Bündner Konzessionsgemeinden, die sich dabei auf eine unveröffentlichte Studie stützt.

12.06.17 - 11:00 Uhr
Wirtschaft
Luftaufnahme des Staubeckens Bärenburg der Kraftwerke Hinterrhein bei Andeer.
Luftaufnahme des Staubeckens Bärenburg der Kraftwerke Hinterrhein bei Andeer.
MARCO HARTMANN

Der Kampf um die Wasserzinsen spitzt sich zu. Die Stromkonzerne lamentieren seit Monaten über tiefe Grosshandelspreise, welche die Wasserkraft zunehmend unrentabel machen würden. Der Schweizerische Wasserverband geht aufs Ganze und verlangt, dass die gesetzlich plafonierten Wasserzinsen um satte 63 Prozent gesenkt werden. Kurz: die Stromlobby setzt Druck auf den Bundesrat auf, der noch für diesen Sommer eine Botschaft zur Neuregelung der Wasserzinsen in die Vernehmlassung schicken wird.

Auf der anderen Seite des Kampfplatzes steht die IG Bündner Konzessionsgemeinden. Am Montagmorgen präsentierte ihr Präsident Not Carl ein Gutachten des Zürcher Beratungsunternehmens Hanser und Partner, das darlegen soll, dass die bestehenden Wasserkraftwerke auch heute noch wettbewerbsfähig sind und rentabel betrieben werden können. Der zentrale Punkt des im September 2016 erstellten Gutachtens betrifft die Produktionskosten der Wasserkraft. Die Studie errechnet für die letzten 15 Jahre durchschnittliche Gestehungskosten von 4,9 Rappen pro Kilowattstunde. Die Stromlobby gab die Produktionskosten mit ungleich höheren sieben Rappen pro Kilowattstunde an.

«Axpo und Alpiq wollen sich auf Kosten der Gebirgskantone sanieren»

«Die Senkung der Wasserzinsen soll einzig dazu dienen, die Gewinnmargen der Wasserkraft zu erhöhen, um höhere Quersubventionen für unrentable Kernkraftwerke zu ermöglichen», schreibt die IG Bündner Konzessionsgemeinde in einer Medienmitteilung. Bei Produktionskosten von knapp fünf Rappen pro Kilowattstunde würden die Stromkonzerne mit ihren im Monopol gebundenen Kleinverbraucher immer noch einen Nettogewinn von zwei bis 2,5 Rappen pro Kilowattstunde verdienen.

Gemäss dem Gutachten von Hanser und Partner erzielten die Stromkonzerne selbst mit dem im Aussenhandel verkauften Strom aus Wasserkraft noch gute Gewinne. Pro produzierte Kilowattstunde errechnete der Gutachter von 2004 bis 2015 einen durchschnittlichen Nettogewinn von 0,51 Rappen. Dazu kommen nochmals Gewinne in gleicher Höhe für sogenannte Systemdienstleistungen. «Axpo und Alpiq wollen sich auf Kosten der Gebirgskantone sanieren», so das Resumée der IG Bündner Konzessionsgemeinde.

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