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Hier entsteht ein ganz spezielles Hotel

Eine Maienfelder Projektgruppe will auf dem St. Luzisteig für 18 Millionen ein 
naturnahes Hybridhotel realisieren. Sie will damit den Tourismus umkrempeln.

Südostschweiz
Dienstag, 28. Februar 2017, 18:31 Uhr Natur- und Hybrid-Hotel St. Luzisteig
So soll das neue Hotel dereinst aussehen. Visualisierung ZVG

Eher unscheinbar steht die Sust auf dem St. Luzisteig im Schneegestöber. Gegenüber der nicht gerade einladend wirkende Landgasthof mit Steigkirche. Und gerade hier, im Niemandsland der Maienfelder Enklave, in nächster Nähe des Militärmuseums und Militärschiessplatzes, soll das sogenannte Natur- und Hybridhotel «Steig» entstehen. Dieses wird von den Initianten als Bijou eines nachhaltigen Tourismus gepriesen. Geplant sind vier würfelartige Gebäudekomplexe, die 60 Zimmer mit insgesamt 172 Betten aufweisen.

Kein Zimmerputz? Kein Problem

Thomas Degen, Maienfelder und Projektleiter, stellt das Projekt vor. «Wir haben den Trendsettern des Tourismus über die Schulter geschaut», meint er. Der heutige Gast suche Aussicht, eine intakte Natur und einfache Anreisemöglichkeiten. Wichtig sei auch, ergänzt Degen, dass Gäste möglichst wenige Hürden bei Reservierung und Check-in erlebten. Diesen Bedürfnissen werde mit dem Einbezug der Online Travel Agencies wie booking.com und einem Online Check-in-Schalter Rechnung getragen. «Wir haben aber schon noch jemanden, der Gästen Grüezi sagt», macht Degen klar. Auch den individuellen Wünschen der Gäste wolle man gerecht werden, so könnten diese aus Dienstleistungen eine Auswahl treffen und so zum Beispiel auf eine tägliche Zimmerreinigung verzichten. 

Das nahe Weinbaugebiet der Bündner Herrschaft, die kulturellen Angebote auch des nahen Liechtensteins, das Heidi, die intakte Bergwelt, die Bike- und Wandermöglichkeiten: All diese Trümpfe sollen verschiedene Neigungsgruppen aus unterschiedlichen Ländern anziehen.

Blätter sammeln für Fünfgänger

«Die Natur ist sehr artenreich hier», schwärmt Rebecca Clopath, die für das leibliche Wohl der Gäste verantwortlich sein wird. Die Küchenchefin, die auf biologische und lokale Produkte setzt, wird gemeinhin als grosse Hoffnung der Schweizer Gastronomieszene gehandelt. Laut Clopath soll man im «Steig» eine Küche bekommen , die sich an allem, was man hier findet, orientiert. Sie wolle Pflanzen sammeln und auch Ackerbau für Gemüse betreiben, für Milch, Käse und Fleisch den angrenzenden Landwirtschaftsbetrieb einbeziehen. Der Landgasthof wird, wie Degen erklärt, ins Projekt einbezogen werden und Sitz der naturnahen Kulinarik werden.

Interessierte Investoren

Wie der Maienfelder Stadtpräsident Max Leuener ausführt, finanziert die Gemeinde das 18-Millionen-Projekt nicht mit. Sie plant jedoch, das Land im Baurecht abzugeben. Leuener hofft, den dafür nötigen Entscheid der Stimmbürger noch Ende diesen Jahres einholen zu können. «Die Voraussetzung ist jedoch, dass wir einen Investor präsentieren können», gibt er zu verstehen. Dafür ist Gérard Jenni, ehemaliger Managing Director des Swiss Alps AG in Andermatt, zuständig. Gemäss Jenni stehen zum heutigen Zeitpunkt vier Interessenten zur Verfügung. Diese würden allerdings noch weitere Konkretisierungsschritte, wie zum Beispiel die Ausgestaltung des kommunalen Richtplanes, abwarten, gibt er zu verstehen. Jenni selbst glaubt ans Projekt und sagt: «Ein herkömmliches Hotel hätte hier keine Chance.»

Das Projekt im Fokus - die Initianten erzählen.

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