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Die Herrschaft brennt – für den Weinjahrgang 2016

Die Herrschaft brennt – für den Weinjahrgang 2016

Mit Wärme wollen die Weinbauern in der Bündner Herrschaft drohenden Schaden durch Frost abwenden. Sie haben hunderte Frostkerzen angezündet.

Südostschweiz
vor 4 Jahren in
La Quotidiana

Kurz nach Mitternacht haben sich in der Bündner Herrschaft zahlreiche Helfer in die Weinberge begeben. Sie entzündeten unzählige Frostkerzen. Diese sollen die Lufttemperaturen in Bodennähe anheben, um Frostschäden an den Trieben der Rebstöcke zu verhindern. Das Prinzip kommt aus dem Obstbau.

Das Bild im Gebiet zwischen Fläsch und Maienfeld wirkte mystisch. Letztlich dient es aber der Rettung der Ernte 2016. Weil die Temperatur in Bodennähe kurz nach Mitternacht unter null Grad fiel, entstand Frost. Dieser schadet den Trieben. Die Leitbündel kristallisieren, die Zellmembranen verstopfen und ein weiteres Wachstum ist nicht mehr möglich. Bis zu 80 Prozent der Ernte droht auszufallen.

Feuer bis in die Morgenstunden

Um dies zu verhindern, stellten Weinbauern in den vergangenen Tagen Frostkerzen in regelmässigen Abständen in ihre Weinberge. Die brennenden Wachskübel waren von der Autobahn her gut sichtbar. Eine Passantin fragte beispielsweise in Fläsch, ob ein Brand ausgebrochen sei.

Das Problem: Es waren viel zu wenige Frostkerzen verfügbar. Nur ganz wenige Bündner Winzer konnten solche organisieren – aus dem Thurgau und dem Wallis. Wie erfolgreich die Aktion ausfallen wird, wird sich erst zeigen. Die Frostkerzen haben eine Brenndauer bis in die frühen Morgenstunden. (phw)

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