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Fischkot düngt Kräuterkulturen

In Bad Ragaz steht eine der grössten Aquaponik-Dachfarmen Europas. Aquaponik bedeutet: Die Fäkalien von Fischen in Aquakulturen werden zur Düngung von Gemüse genutzt. Die ersten Buntbarsche aus der Aquaponik-Zucht sind jetzt schlachtreif.

Südostschweiz
Donnerstag, 11. Februar 2016, 08:00 Uhr Aquaponik
Produzieren im Winter 3,5 Tonnen Nüsslisalat: Philipp (links) und Franz Gschwend in der Dachfarm von Ecco-Jäger. Bild Theo Gstöhl

Sie wiegen knapp 700 Gramm und sind jetzt reif für die Schlachtbank: Die Buntbarsche in den Fischtanks des Früchte- und Gemüsehändlers Ecco-Jäger in Bad Ragaz. Vor knapp einem Jahr hat Ecco-Jäger seine Aquaponik-Dachfarm in Betrieb genommen. Es ist eine der grössten Europas. Und die Anlage ist überaus nachhaltig: Die Abwärme aus den Kühlräumen wird zur Beheizung der Fischtanks und des Gewächshaues genutzt.

Dadurch, dass die Gemüsekulturen geflutet statt bewässert werden, spart die Firma rund 80 Prozent Wasser ein. In der Ökoecke will sich der Betrieb aber deshalb nicht sehen: «Wir importieren exotische Früchte und liefern unsere Ware mit 26 Fahrzeugen aus. Der Ökostempel würde nicht passen», findet Philipp Gschwend. Vielmehr treffe der regional produzierte Speisefisch den Zeitgeist: «Heute wollen die Konsumenten wissen, woher das Essen kommt. Bei importierten Lebensmitteln lässt sich das nicht nachvollziehen.» (us)

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