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Bei der RhB nimmt die Railbar erst Fahrt auf

Wie bei den SBB wird auch bei der Rhätischen Bahn das Gastronomieangebot neu strukturiert. Allerdings wird hier nicht gespart, sondern ausgebaut.

Südostschweiz
Samstag, 09. Januar 2016, 13:03 Uhr Sandwich, Cola, Kaffee, Bier
Auf der Albulalinie werden die rollenden Railbars der Rhätischen Bahn künftig noch mehr anzutreffen sein. Bild Olivia Item

von David Frische

Schluss mit dem Duft von frischen Kaffeebohnen am Platz und dem sprudelnden Klang, wenn das braune Heissgetränk in den Pappbecher gegossen wird. In zwei Jahren werden die Rufe der «Sandwich, Cola, Kaffee, Bier»-Verkäufer nicht mehr zu hören sein. Manch einen mögen diese im Alltag sowieso genervt haben. Aber vielleicht lernt man sie auch noch vermissen. Denn ab Ende 2017 stellen die SBB das Minibar-Angebot auf dem gesamten Streckennetz ein, wie der «Tages-Anzeiger» online berichtete.

«Von den Kunden sehr geschätzt»

Ganz anders präsentiert sich die Situation bei der Rhätischen Bahn (RhB). «Die RhB hegt keine Abbaupläne beim Angebot der Railbars», sagt Mediensprecherin Yvonne Dünser gegenüber der «Südostschweiz». Ganz im Gegenteil: «Das Angebot wurde in den letzten Jahren sogar leicht ausgebaut.» So werden mittlerweile auf der Albulalinie Chur–St. Moritz auf den frequenzstarken Zügen Railbars – das Pendant zu den SBB-Minibars – mitgeführt. Während der Randzeiten gibt es eine stationäre Kaffeebar, die vom Zugpersonal bedient wird – dies analog zu den Take-away-Angeboten der SBB. Die Kaffeebar werde von den Kunden «sehr geschätzt», heisst es bei der RhB weiter.

Lehrlinge bauen «Wägeli»

Und die RhB will das Verpflegungsangebot weiter ausbauen. Während bei den SBB das «Wägeli» bald ausgerollt hat, nimmt es in den RhB-Zügen erst richtig Fahrt auf: In diesem Jahr wird der neue Albula-Gliederzug schrittweise in Betrieb gesetzt. Und Dünser gibt zu verstehen: «Der Zug ist Railbar-kompatibel gebaut und soll mit den neuen ‘Railbar-Wägeli’ bestückt werden.» Gebaut werden die Railbars von den eigenen Lehrlingen in den Betriebswerkstätten in Landquart. Sparmassnahmen bei den Bundesbahnen, zusätzliche Beschäftigung fürs eigene Personal bei der RhB also. Zudem läuft seit letztem Sommer auf den RhB-Zügen eine Marktforschung zum Thema Catering. Damit solle geklärt werden, «ob auch auf anderen Linien der RhB ein Verpflegungsbedürfnis besteht», so Dünser.

Unterschiede im Angebot

Der Gastronomie-Service wird bei der RhB im Gegensatz zu den SBB nicht derart grossflächig angeboten. So besteht dieser nebst der Albulalinie auf den «Premium»-Zügen des Glacier- und des Bernina-Express. Auf diesen Erlebnisstrecken werden an der Railbar einheimische Produkte verkauft.

Und genau darin dürfte sich das RhB-Angebot von jenem der SBB unterscheiden. Während in den roten Zügen die Gastronomie mit einem Erlebnisangebot kombiniert werden kann und wird, können die SBB auf diese Karte nicht setzen. Zudem ist das Verpflegungsangebot an Bahnhöfen der RhB wesentlich kleiner.

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