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Herbe Rückgänge im Hochbau

Die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe in Graubünden gingen im ersten Semester 2015 gegenüber dem Vorjahr um 6.9 Prozent zurück. Insbesondere im Wohnungsbau und im übrigen Hochbau sind erneut drastische Rückgänge zu verzeichnen, wie der Graubündnerische Baumeisterverband mitteilte.

Südostschweiz
Montag, 28. September 2015, 18:17 Uhr Chur
Im Wohnungsbau sind in Graubünden drastische Rückgänge zu verzeichnen. Symbolbild

Bereits zum zweiten Mal sind im Hochbau nach 2014 gegenüber dem Vorjahr drastische Rückgänge zu verzeichnen. Lediglich dank dem Tiefbau stellt sich bei der Bautätigkeit gegenüber dem Vorjahr eine stabile Nachfrage ein (+0.2 Prozent).

Zahl der Beschäftigten bleibt mehrheitlich stabil

Die Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe nahm per 30. Juni 2015 gegenüber dem Vorjahr um -0.1 Prozent ab. Während bei den Schweizern eine Zunahme zu beobachten ist, blieb die Zahl der Kurzaufenthalter stabil und jene der daueraufenthaltsberechtigten Ausländern nahm ab.

Die Auftragseingänge im ersten Semester 2015 gingen mit -6.9 Prozent gegenüber dem Vorjahr erneut deutlich zurück. Insbesondere im Wohnungsbau und im übrigen Hochbau sind eigentliche Einbrüche zu verzeichnen. Die Auswirkungen der Beschränkungen im Zweitwohnungsbau sind definitiv in der Statistik angekommen.

Das Gesamtvolumen an eingegangenen Aufträgen im ersten Semester 2015 beträgt 482.1 Mio. Franken. Es liegt damit um -6.9 Prozent deutlich unter vergleichbaren Vorjahreswert. Im langjährigen Vergleich resultiert damit der tiefste Wert seit 2008.

Auswirkungen der Zweitwohnungsinitiative

Der Wohnungsbau verzeichnet einen Einbruch von -25.1 Prozent und der übrige Hochbau einen solchen von -13.4 Prozent. Im Wohnungsbau sind unschwer die Auswirkungen der Zweitwohnungsinitiative ablesbar und im übrigen, gewerblich-industriellen Hochbau dürfte nach wie vor Verunsicherung über die künftige wirtschaftliche Entwicklung die Investitionsbereitschaft hemmen.

Erfreulich entwickelte sich einzig der Tiefbau mit einer Zunahme von +3.7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Tiefbau bringt damit seine hohe Bedeutung für die Bauwirtschaft im Kanton Graubünden, insbesondere bei der öffentlichen Baunachfrage im Infrastrukturbereich, zum Ausdruck. (so)

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