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Argumentieren die Gegner von «Serletta Süd» mit manipulierten Bildern?

Die Initianten des Projektes Serletta Süd für eine neue Klinik in St. Moritz werfen den Gegnern vor, manipulierte Bilder in Umlauf gebracht zu haben. Alles gar nicht wahr, sagen diese. Dennoch ist der Klinikneubau gefährdet.

Südostschweiz
24.08.15 - 14:00 Uhr
La Quotidiana

Gegner des Projektes Serletta Süd für einen Klinik- und Gesundheitshotel-Neubau der Klinik Gut in St. Moritz hätten teilweise stark manipulierte Bildmontagen des Projekts in Umlauf gebracht. Dies schreiben die Chris Silber St. Moritz AG und die Klinik Gut AG in einer gemeinsamen Medienmitteilung. Laut dieser sind die Hotels «Kulm» und «Badrutt’s Palace» für die manipulierten Bilder verantwortlich.

Die Projektinitianten und Architekten haben bei der Firma Orionimage.com in Zürich unter Aufsicht der Projektverfasser Bearth & Deplazes Architekten eine Bildanalyse durchführen lassen. Der Vorwurf: Die Fehler in den Darstellungen der Projektgegner träten so gehäuft auf, dass nicht von einem Zufall ausgegangen werden könne. Vielmehr müsse vermutet werden, dass die Bilder verfälscht worden seien, um dem Projekt zu schaden und die politische Meinungsbildung zu erschweren. Die Initianten des Projekts prüfen deshalb nun rechtliche Schritte gegen die Urheber der «manipulierten Bilder» und gegen die Verantwortlichen für deren Verbreitung über die Medien.

Spiel mit offenen Karten

Der Darstellung der Initianten widerspricht Jörg Röthlisberger. Der PR-Berater von Richterich & Partner AG im zürcherischen Zollikon vertritt die beiden Hotels in der Angelegenheit. «Die Bilder, wie sie in verschiedenen Bündner Medien zu sehen sind, entsprechen den aktuellen Plänen der Projektinitianten.» Es seien dieselben Pläne, wie sie der Gemeinde und der Öffentlichkeit im Juli vonseiten der Initianten unterbreitet worden seien. «Sowohl die Position des Projekts wie auch die Dimension in Höhe und Breite sind richtig dargestellt und zeigen nichts anderes als das wahrhaftgetreue Abbild des Projekts in seiner ganzen Auswirkung. Wir spielen mit offenen Karten und informieren korrekt, ob in Bild, Ton oder Schrift, jedoch klar in der Sache», so Röthlisberger.

Höher und grösser

Die Analyse der Initianten ergab in den meisten Bildern Abweichungen zum Projekt, wie es in der Medienmitteilung weiter heisst. In einem Bild würden Teile des Gesundheitshotels um minderstens eine Etage höher dargestellt als projektiert, in einem anderen sei der Abstand zum Hotel «Badrutt’s Palace» zu klein dargestellt. In mehreren Bildern sei das Gebäude von seiner Position wegverschoben und wirke so grösser, als tatsächlich geplant. Andernorts werde der für die Fotomontage verwendete Hintergrund stark verzogen, so dass Teile der Umgebung neben dem Gesundheitshotel kleiner erscheinen würden.

Der Zeitpunkt der Vorwürfe kommt just vor der entscheidenden Gemeinderatssitzung. Sagt das Gemeindeparlament am Donnerstag Ja zum Projekt, entscheidet das Volk am 18. Oktober darüber. Weist es das Projekt zurück, würde es weiter verzögert, wie Adrian Urfer, CEO der Klinik Gut, sagt. «Dann könnte es bis zur Realisierung sehr lange dauern.» Und die Klinik steige dann aus dem Projekt aus, wenn der Unsicherheitsfaktor zu gross werde, so Urfer weiter.

Die Standortsuche in St. Moritz begann vor 13 Jahren, das Projekt Serletta Süd wurde von fünf Jahren angegangen.Die Klinik Gut gehört zu den Swiss Leading Hospitals. Sie betreibt Kliniken in St. Moritz und Chur, Praxen in Zürich und Ascona und baut derzeit eine neue Klinik in Fläsch. (phw)

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