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Schweizer Premiere: Zehnköpfiges Rudel im Taminatal

Nahe Valens im Taminatal sind zehn Wölfe beobachtet worden. Erstmals konnte das ganze Calandarudel im Kanton St. Gallen nachgewiesen werden. Laut dem Amtsleiter ist ein zehnköpfiges Rudel eine Seltenheit.

Südostschweiz
29.11.13 - 16:02 Uhr

Valens. – Am Donnerstag kurz vor 16 Uhr beobachteten Anwohner und Jäger zehn Wölfe. «Eine derart grosse Gruppe ist in der Schweiz bislang noch nie nachgewiesen worden», sagte Dominik Thiel, Leiter Amt für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons St. Gallen, auf Anfrage.

Auf 500 Meter Distanz konnte laut einer Mitteilung der Staatskanzlei St. Gallen beobachtet werden, wie die Tiere ruhig talauswärts zogen. Immer wieder schauten die Wölfe zu den Menschen und verschwanden anschliessend im Wald. Wo sich die Tiere jetzt aufhalten, ist ungewiss.

Zwei unbestätigte Tiere

Das Calandarudel besteht zurzeit aus zehn Tieren. Diesen Sommer hatten die beiden Elterntiere wieder Junge. Insgesamt konnten sechs Welpen bestätigt werden. Bei den restlichen zwei Wölfen dürfte es sich um letztjährige Jungtiere handeln oder um weitere zugewanderte erwachsene Wölfe, möglicherweise aus Italien oder Frankreich.

Wölfe im Kanton St. Gallen sind nicht neu; neu sind zehn Tiere in einem Rudel. Auf der Alp Ramutz am Kunkelspass auf der Kantonsgrenze Graubünden/St. Gallen wurden laut Thiel im Sommer mehrere Tiere nachgewiesen. «Und kein einziger Schafriss.» Das deute auf einen guten Herdenschutz hin.

Nach wie vor versuchen die Wildhüter der Kantone Graubünden und St. Gallen mit DNA-Proben, die Herkunft beziehungsweise die Abstammung aller Wölfe herauszufinden. Im Kanton St. Gallen besteht ein Wolf-Konzept. Dieses sieht vor, dass die verschiedenen Interessengruppen miteinander in Kontakt stehen. Zudem werden Betroffene beraten und allfällige Massnahmen diskutiert. (phw)

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