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Polanski-Opfer begrüsst die Freilassung des Regisseurs

In ihrem ersten Interview seit der Festnahme von Roman Polanski in Zürich hat sich das Opfer des sexuellen Missbrauchs erleichtert darüber gezeigt, dass der Filmemacher nicht an die USA ausgeliefert worden war. Die Schweiz habe den richtigen Entscheid getroffen.

Südostschweiz
Freitag, 08. Oktober 2010, 11:16 Uhr
Samantha Geimer (Archiv).

New York. – «Ich war schockiert, als ich erfuhr, dass Polanski in der Schweiz festgenommen worden war,» sagte die heute 47-jährige Samantha Geimer dem CNN-Moderator Larry King. Polanski wird bezichtigt, Geimer vor über 30 Jahren missbraucht zu haben.

«Ich will nicht, dass er einen Gerichtsprozess in Amerika durchstehen muss. Er hat seine Strafe verbüsst,» sagte Geimer. Sie stand als 13-Jährige Modell für Polanski und soll von ihm mit Alkohol und Drogen zu Sex verleitet worden sein. Polanski hatte die Tat gestanden und 42 Tage im Gefängnis verbracht.

Er flüchtete aber vor der Strafmass-Anhörung. Sie habe sich mit einem korrupten Richter und einem unsäglichen Medienzirkus herumschlagen müssen, sagte die Frau. «Die Medien und das Justizsystem haben mir weit mehr Schaden zugefügt als Polanski,» sagte Geimer in Begleitung ihres Anwalts weiter.

Die Nachricht der Verhaftung des Regisseurs in der Schweiz habe sie völlig unerwartet erreicht: «Ich erwartete Telefonanrufe von den Medien, nicht aber, dass Hundertschaften vor unserem Haus auf dem Rasen stehen.» Sie betonte im Interview wiederholt, dass sie wünsche, die Klage würde fallen gelassen. (sda)

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