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Olympia 2022 – mehr konstruktive Inputs gewünscht

Gut drei Monate vor der kantonalen Abstimmung zu einer allfälligen Bündner Kandidatur für die Olympischen Winterspiele 2022 wünscht sich Swiss-Olympic-Präsident Jörg Schild unter anderem eine stärkere Präsenz, ein stärkeres Engagement der Bündner Politik.

Südostschweiz
Dienstag, 27. November 2012, 12:00 Uhr
Swiss-Olympic-Präsident Jörg Schild wünscht sich ein stärkeres Engagement der Bündner Politik.

Zürich. – An einem Mediengespräch in Zürich gab sich Jörg Schild im Hinblick auf den Urnengang vom 3. März zuversichtlich. Die Botschaft, dass die «Kandidatur Schweiz» mit den Hauptaustragungsorten Davos und St. Moritz realistische, stimmungsvolle Winterspiele ohne Pomp anstrebe, ist nach Schilds Einschätzung schon recht gut herübergekommen.

Von Seiten der Olympia-Gegner wünscht er sich mehr projektbezogene statt nur grundsätzliche, pauschale Einwände. «Für mich dreht sich die Diskussion manchmal zu sehr um Beton und Geld.» Als Beispiel eines möglichen konstruktiven Inputs erwähnte er den in den Planskizzen vorgesehenen Bau der Skisprunganlagen in St. Moritz: Die Grossschanze würde als Provisorium über die bestehende 70-Meter-Anlage gestülpt und nach den Spielen wieder abgebrochen.

Peinliche Internet-Seite

Im Zusammenhang mit der allgemeinen Kritik an den Olympia-Plänen nannte Schild ein weiteres Mal die peinliche Internet-Seite, auf der Gegner des Vorhabens ihre angeblich spezifischen Bedenken aufgelistet hatten. Es stellte sich heraus, dass die Kritikpunkte pauschal aus dem Abstimmungskampf zur Olympia-Kandidatur München 2018 übernommen worden waren. Beim Abkupfern und Hineinkopieren hatten die «Autoren» vergessen, das Wort Bundesland (für Bayern) durch Kanton (für Graubünden) zu ersetzen.

Swiss Olympic wird das Kandidaturbudget von 60 Millionen Franken zu einem Viertel tragen. Für mehr als die Hälfte dieser 15 Millionen haben Sponsoren aus der Privatwirtschaft laut Schild bereits zugesagt. Der Bund würde 30 Millionen beisteuern; der Bundesrat hat diesen Beitrag bereits gesprochen. Die verbleibenden 15 Millionen müssen vom Kanton Graubünden und von den beiden Olympia-Gemeinden kommen.

Übereinstimmung sei gut

Am Wochenende hat das Bündner Stimmvolk das Tourismusabgabe-Gesetz (TAG) wuchtig verworfen («suedostschweiz.ch» berichtete). Davos und St. Moritz zeigten sich dabei in gleichem Mass ablehnend wie die meisten übrigen Gemeinden. Diese Übereinstimmung sei gut, so Schild. Wären die beiden Gemeinden ausgeschert, so wäre an der anstehenden Olympia-Abstimmung möglicherweise eine Retourkutsche gefahren worden. (plh)

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